An einigen Objekten in Sotschi ruhen im Moment die Bauarbeiten. Zugesagte Finanzierungen wurden nicht ausbezahlt.

An einigen Objekten in Sotschi ruhen im Moment die Bauarbeiten. Zugesagte Finanzierungen wurden nicht ausbezahlt.

Sotschi. Das Unternehmen „Rose Farm“, welches eine Reihe von olympischen Anlagen in Sotschi baut, kündigte an, dass es nicht in der Lage sei – Bauten termingerecht zu übergeben. Grund ist eine mangelnde Auszahlung seitens der staatlichen Entwicklungsbank „Vneschekonombank“.

Dieses schrieb heute die russische Tageszeitung „Kommersant“. Nach Angaben der Zeitung sendete der Generaldirektor von „Rose Farm“ Sergej Bachin einen Brief an den Präsidenten und Geschäftsführer des Organisations-Komitees „Sotschi 2014“, Dmitri Schernijschenko. In diesen Brief beklagte Bachin, dass die russische staatliche Entwicklungsbank „Vneschekonombank“, wo Wladimir Putin der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist, als Haupt-Kreditgeber im Januar 2012 keine Zuteilung von Mitteln innerhalb des genehmigten Limits veranlasst hat.

„Aufgrund der fehlenden Finanzierung für den Bauprozess sind die Arbeiten tatsächlich gestoppt worden“ – wird Bachin in der Zeitung zitiert. Generaldirektor Bachin bittet in seinem Brief, die Übergabe von Objekten für mindestens zwei Monate zu verschieben. „Im Falle einer fortgesetzten schleppenden Auszahlung der Finanzierung durch die „Vneschekonombank“ werden wir Sie von der Notwendigkeit eines längeren Aufschubs informieren“ – schrieb Bachin.

Die „Vneschekonombank“ hatte der Firma „Rose Farm“ einen Kreditrahmen in Höhe von rund 2,6 Milliarden Euro zur Fertigstellung der olympischen Sportstätten in Krasnaja Poljana zugesagt. Anfang April diesen Jahres seien aber erst 1,2 Milliarden Euro ausbezahlt worden.

Diese Auszahlungsverzögerungen seitens der „Vneschekonombank“ entstanden, nach Angaben eines Beamten der Bank, da einige Projekte noch keine klaren Amortisationszeiten haben. Verantwortliche von Baufirmen, die Hotels für die Olympischen Spiele im Olympischen Park bauen, sind der Meinung, dass die Projekte unter den optimistischsten Prognosen sich nicht früher als in 15 Jahren amortisieren werden.

Anfang April hatte die russische Regierung unter Führung von Ministerpräsident Wladimir Putin erklärt, die Verluste im Haushalt der „Vneschekonombank“ durch die olympischen Bauprojekte ausgleichen zu wollen. Danach hatte der Aufsichtsrat der Staatsbank versprochen, die Ausgabe von Krediten zu beschleunigen. Da sich aber der Aufsichtsrat in bürokratischen Formalitäten verstrickt habe, ist noch nichts dokumentiert.

Gefährdet sind Teile der Räumlichkeiten eines der beiden Olympischen Dörfer, die in einem Jahr hätten übergeben werden sollen. „Das Dorf liegt auf einer Höhe von 1.250 Meter über dem Meeresspiegel, wo die Arbeiten auf Grund von Wetterbedingungen hauptsächlich im Frühjahr und Sommer durchgeführt werden können“ – erklärt Sergej Bachin.