Moskau. Vor frenetisch mitgehenden Zuschauern gewann gestern der Franzose Alexis Pinturault und bei den Frauen Julia Mancuso aus den USA den zum Weltcup zählenden City-Parallelslalom in Moskau. Die beiden deutschen Ski-Stars Felix Neureuther und Maria Höfl-Riesch belegten die Plätze Zwei und Vier. Michaela Kirchgasser aus Österreich wurde Zweite bei den Damen.

Auch dieses Jahr trafen sich im Herzen der russischen Hauptstadt neben dem Luschniki-Stadion die 15 besten Damen und Herren der Weltcup-Gesamtwertung zu einem spektakulären City- Parallelslalom unter Flutlicht und kämpfen um Punkte für die Weltcup-Gesamtwertung. Aufgefüllt wurde das Starterfeld durch jeweils zwei russische Athleten – Anna Sorokina und Alexander Schoroschilow.

Bei diesem Parallelslalom im Luschniki Sportpark mussten jeweils zwei Fahrer und Fahrerinnen im K.o.-System gegeneinander starten. Für diesen Event wurde eine freistehende Rampe aufgebaut. Das Stahlgerüst war 56 Meter hoch, 37 Meter breit und 175 Meter lang. Auf ihrer Fahrt mussten die Athleten 18 Riesenslalom-Tore umfahren. Kurz vor Schluss wartete zudem ein kurzer Sprung auf die Ski-Athleten.

Der Deutsche Felix Neureuther musste sich im Finale knapp dem Franzosen Alexis Pinturault geschlagen geben. Bei den Damen verpasste Maria Höfl-Riesch das Podium und wurde undankbare Vierte. Da sie aber mit geliehenen Ski des Amerikaners Ted Ligety fahren musste ist dieser vierte Platz hoch anzurechnen. Nach der Anreise von Sotschi nach Moskau mit mehr als vier Stunden Verspätung waren ihre eigenen Ski verloren gegangen, berichtete ihr Ehemann und Manager Marcus Höfl.

Höfl-Riesch unterlag im Halbfinale der späteren Zweiten Michaela Kirchgasser aus Österreich um 0,03 Sekunden und musste sich im kleinen Finale ihrer amerikanischen Freundinn und Dauerrivalin Lindsey Vonn um 0,08 Sekunden geschlagen geben.

Felix Neureuther fehlte zum Schluss die Winzigkeit von 0,17 Sekunden zum Sieg gegen den erstmaligen Sieger bei einem Weltcup-Rennen Alexis Pinturault. Der 27-Jährige Neureuther sagte nach dem Rennen: „Ich finde Stadtwettbewerbe prinzipiell sehr gut. Ich glaube, dass solche Rennen auch sehr spannend für die Zuschauer sind.“ Nach der Absage des Parallelslaloms in München am ersten Januar war es dass einzige Parallel-Event in diesem Winter.

 

Mit seinem 13. Podestrang revanchierte sich Neureuther damit für sein bitteres Aus am ersten Tor beim Slalom in Bansko vor zwei Tagen.

Neureuther überzeugte mit extrem schnellen Schwüngen und einer ausgefeilten Starttechnik – schon Sekunden vor dem Signal lehnte er sich weit zurück und katapultierte sich auf die Rampe. „Wenn du einen guten Start hast, hast du eine gute Chance zu gewinnen“, sagte der Pinturault, „ich hätte nicht gedacht, dass ich hier gewinnen kann.“

Julia Mancuso und Alexis Pinturault erhielten jeweils 40.000 Schweizer Franken Siegprämie. Der verletzt fehlende Ivica Kostelic aus Kroatien musste die Führung im Gesamtweltcup an Marcel Hirscher aus Österreich abgeben. Hirscher konnte sich durch seine Niederlage im Viertelfinale gegen Pinturault aber nicht wie von ihm erhofft ein Polster in der Gesamtweltcup-Wertung herausfahren, er führt jetzt mit 12 Punkten vor Kostelic. Auch der Schweizer Beat Feuz kam nicht über die Runde der besten Acht hinaus und liegt als Dritter weiter 52 Zähler hinter Hirscher.

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