Beat Feuz aus der Schweiz hat sich mit seinem Sieg auf der Olympia-Abfahrt von 2014 selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht.

Beat Feuz aus der Schweiz hat sich mit seinem Sieg auf der Olympia-Abfahrt von 2014 selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht.

Sotschi. Der Schweizer Beat Feuz hat am Samstag die Olympia-Generalprobe der alpinen Ski-Abfahrer in Krasnaja Poljana, in der Nähe von Sotschi, gewonnen. Zweiter wurde der Kanadier Benjamin Thomsen vor Adrien Theaux aus Frankreich. Das größte Problem für die Rennläufer waren aber weder Streckenführung noch Sprünge, sondern die Präparierung der Strecke.

Am seinem 25. Geburtstag fuhr der Schweizer Beat Feuz den vierten Weltcup-Sieg seiner Karriere ein, mit einer Zeit von 2:14,10 Minuten verwies er die kanadische Überraschung Benjamin Thomsen (+0,27 Sekunden) und den Franzosen Adrien Theaux (+0,59) auf die folgenden Plätze.

Für die im Training dominierenden Österreicher gab es das schlechteste Abfahrts-Ergebnis in dieser Saison, Joachim Puchner landete als bester ÖSV-Läufer auf Rang sechs (+0,74). Der US-Star Bode Miller, der vor dem Start die Strecke heftig kritisiert hatte, landete auf Platz vier mit 0,61 Sekunden Rückstand.

Andreas Sander war der einzige deutsche Starter bei dieser Abfahrt. Mit Platz 16 und 1,63 Sekunden Rückstand auf Feuz schlug sich Sander ganz gut. Deutschlands derzeit beste Ski-Abfahrer Stephan Keppler hatte kurzfristig auf das Rennen verzichten müssen, weil seine Probleme an der Patellasehne wieder aufgebrochen waren.

Als Beat Feuz auf der Olympia-Piste von 2014 ins Ziel kam, war er selbst für ein Siegerlächeln zu ausgelaugt. Die Premiere auf der extrem ruppigen und vereisten Piste hatte den Schweizer an seinem 25. Geburtstag derart mitgenommen, dass er sich erst ein paar Minuten besinnen musste. „Das war ein wilder Ritt. Zu sagen, dass ich das genossen hätte, wäre übertrieben“, sagte Feuz nach seinem Sieg. „Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, das ich mir selbst machen konnte“, fügte er an.

Pisten-Designer Berhard Russi hat in Krasnaja Poljana, einem Gebirgsdorf in der Region Krasnodar 70 km östlich von Sotschi, eine Abfahrt geschaffen, „die einen Olympiasieger hervorbringen wird, der es sportlich sicher verdient hat“, sagte DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier.

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Ähnlich einem Super-G ging es sehr kurvig los, anschließend boten zahlreiche Sprünge Herausforderungen. Die österreichische Skilegende Karl Schranz sprach gar von der „Schanzen-Tournee“.

Das größte Problem für die Rennläufer waren aber weder Streckenführung noch Sprünge, sondern die Präparierung. Beim bisher einzigen Test, einem Rennen im Europacup, war die Piste sehr weich gewesen, die Beobachter mokierten sich damals über eine viel zu leichte Strecke. Diesmal aber hatten die Verantwortlichen dreimal mit Wasser präpariert. Die Folge: viele Schläge auf einer knüppelharten, spiegelglatten Fläche. Dazu kamen Stellen, an denen die Skier plötzlich Grip hatten. Dieser Mix machte es so schwierig.

Neun von 57 Startern kamen nicht ins Ziel, darunter auch der italienische Super-G-Weltmeister Christof Innerhofer, der einen dieser Schläge erwischte. „So etwas Schlagiges bin ich noch nie gefahren „, sagte der bestplatzierte Österreicher, Joachim Puchner.

Ski alpin – Weltcup: Ergebnisse Weltcup-Abfahrt in Sotschi, Herren

 

Rang Name Zeit
1. Beat Feuz (Schweiz) 2:14,10 Min.
2. Benjamin Thomsen (Kanada) 2:14,37
3. Adrien Theaux (Frankreich) 2:14,69
4. Bode Miller (USA) 2:14,71
5. Carlo Janka (Schweiz) 2:14,75
6. Joachim Puchner (Österreich) 2:14,84
7. Kjetil Jansrud (Norwegen) 2:14,91
8. Klaus Kröll (Österreich) 2:15,00
9. Hannes Reichelt (Österreich) 2:15,21
10. Didier Defago (Schweiz) 2:15,24
11. Dominik Paris (Italien) 2:15,33
12. Didier Cuche (Schweiz) 2:15,41
13. Aksel Lund Svindal (Norwegen) 2:15,61
14. Romed Baumann (Österreich) 2:15,65
15. Siegmar Klotz (Italien) 2:15,69
16. Andreas Sander (Deutschland) 2:15,73
17. Andreas Romar (Finnland) 2:15,76
18. Mattia Casse (Italien) 2:15,78
19. David Poisson (Frankreich) 2:15,80
20. Erik Guay (Kanada) 2:15,88
21. Peter Fill (Italien) 2:15,96
22. Johan Clarey (Frankreich) 2:15,97
23. Matteo Marsaglia (Italien) 2:16,06
24. Jan Hudec (Kanada) 2:16,09
25. Georg Streitberger (Österreich) 2:16,21
26. Andrej Sporn (Slowenien) 2:16,36
27. Max Franz (Österreich) 2:16,56
Guillermo Fayed (Frankreich) 2:16,56
29. Ivica Kostelic (Kroatien) 2:16,77
30. Mario Scheiber (Österreich) 2:16,78

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