Die Sportler fühlen sich sehr wohl auf der Olympia-Piste, bis auf ein paar Nörgler, die es immer gibt.

Sotschi. Von allen Seiten bekam die Olympia-Strecke in Sotschi, nach dem ersten Training zur Weltcup-Abfahrt am Samstag, viel Lob. Sonntag erwartet die Athleten auch noch eine Superkombi. Die Damen haben eine Woche später das gleiche Programm vor sich. Den gesamten Weltcup-Tross erwarten enorme Sicherheitsvorkehrungen bei der Olympia-Generalprobe.

An der Abfahrtsstrecke hatten die meisten Skirennfahrer nach dem ersten Training nichts auszusetzen. „Die Strecke ist anspruchsvoll und sehr interessant“, meinte der deutsche Skirennfahrer Stephan Keppler. „Es ist alles drin, oben schwere Kurven, die man gut fahren muss. Dann kommen richtig weite Sprünge, sie ist auf jeden Fall olympia-würdig.“

Auch der Trainingsschnellste, Hannes Reichelt aus Österreich, hatte nichts an der 3.495 Meter langen Abfahrt auszusetzen: „Mir gefällt’s gut. Es ist alles drin, was du von einer Abfahrt verlangst.“

Vom Tal kommt man per Gondel oder Auto bis in den Zielbereich 960 Meter über dem Meer. Der Start der Herrenabfahrt liegt auf 2.045 Meter.

Dass der Kurs vor allem im oberen Teil technisch sehr anspruchsvoll ist, gefiel allerdings nicht allen Athleten. „Es wäre ein epischer Super-G, aber keine Abfahrt“, klagte der Amerikaner Bode Miller. Konzipiert hat die Piste der Schweizer Bernhard Russi.

„Das Schlussdrittel ist extrem. Wenn da das Abfahrerherz nicht jubelt, dann ist er kein Abfahrer“, so der 63-jährige ehemalige Abfahrts-Olympiasieger.

„Die Zusammenarbeit mit Bernhard Russi machte es möglich, „Rosa Chutor“ zu einer der weltbesten Ski-Pisten zu entwickeln. Eine Beschneiungsanlage ermöglicht es, die Hänge für 7 bis 8 Tage vollständig mit Kunstschnee zu bedecken, wenn kein natürlicher Schnee vom Himmel fällt“, sagte der Pressechef vom Skigebiet „Rosa Chutor“ Sergej Bachin.

Im Vorjahr war bei den Europacup-Rennen außer Sicherheitsbeamten und Wladimir Putin überhaupt kein Zuschauer am Pistenrand erlaubt. Jetzt müssen Betreuer und Rennläufer mit vier Kontrollen rechnen, ehe sie mit der Gondel zum Start schweben dürfen.

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Aufgrund der Nähe zu den konfliktreichen Grenzgebieten im Nordkaukasus sind allein 5.000 Sicherheitsleute in der Ski-Region Krasnaja Poljana im Einsatz, berichtet der alpine Olympia-Koordinator Wolfgang Mitter. Der Österreicher Mitter, er war auch Generalsekretär der Nordischen Ski-WM 1999 in der Ramsau, arbeitet seit 14 Monaten für den russischen Skiverband.

„Am Samstag bin ich ohne Akkreditierung aus dem Hotel gegangen, ich kam hundert Meter weit“, machte Mitter deutlich, dass ohne sichtbar getragenen Ausweis nichts geht. „Jetzt bin ich gerade mit der Gondel raufgefahren und viermal kontrolliert worden. Das ist ein bisschen heavy“, bekannte er und berichtete von täglichen Diskussionen darüber, ob man nicht doch zu streng vorgehe.

Am Fuß des Olympia-Berges ist in Hinblick auf 2014 aus einem kleinen Bergdorf ein Wintersportzentrum entstanden, in dem sich Hotel an Hotel reiht. Dort hat auch der gesamte Weltcup-Tross Quartier beziehen.

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