Der Weg für die olympischen Bauten zeigt nur nach vorne.

Der Weg für die olympischen Bauten zeigt nur nach vorne.

Sotschi. Genau heute in zwei Jahren findet die Eröffnungsfeier für die XXII. Olympischen Winterspiele in Sotschi statt. Prompt meldeten gestern einige deutschsprachige Presseorgane, dass Russlands Rechnungshof-Chef Sergej Stepaschin bereits jetzt die Korruption rund um den Veranstaltungsort beklagt, daraus resultierend eine verspätete Fertigstellung der Sportstätten zu erwarten ist. Was ist daran wahr?

Es gibt hierrüber widersprüchliche Angaben. Auf der einen Seite steht die Aussage von Sergej Stepaschin, auf der anderen Seite wird alles vom staatlichen Baukonzern „Olympstroi“ und von der Stadtverwaltung in Sotschi dementiert.

Sergej Stepaschin soll sogar gegenüber der russischen Sportzeitung „Sport Express“ geäußert haben: „Diese Korruption muss man bekämpfen und konsequent bestrafen. In Peking sei sogar ein Vize-Bürgermeister wegen Korruption bei der dortigen Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2008 zum Tode verurteilt worden.“

Weiterhin wird vom Rechnungshof gerügt, dass die gesamte Olympia-Konstruktion erheblich zu spät im Bauplan ist. Die Stadtverwaltung von Sotschi bekräftigt unterdessen, dass die Bauarbeiten im vorgegebenen zeitlichen Rahmen sind und sämtliche Termine eingehalten werden.

Auch der staatliche Baukonzern „Olympstroi“, welcher für den Bau verantwortlich ist, weist alle diese Vorwürfe zurück und verspricht, dass alle Einrichtungen zum geplanten Zeitpunkt in Betrieb gehen werden. Auf eine Anfrage gab die Pressestelle von „Olympstroi“ folgende Meldung heraus:

„Alle Sportanlagen und Gebäude die benötigt werden, um die Olympischen Spiele in Sotschi auszutragen, sind im Jahr 2012 pünktlich fertig, wo dann auch die notwendigen Test-Zyklus durchgeführt werden können. Jede Stufe des Baus von Sportstätten wird von Ausschüssen auf verschiedenen Ebenen gesteuert. Die Baustellen werden regelmäßig von Vertretern verschiedener Organisationen, darunter Experten vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC), begutachtet. Bisher gab es nicht die geringsten Beanstandungen. Der Bau des Zentralstadions wird im Jahr 2013 abgeschlossen sein. Das Zentralstadion ist aber auch die einzige von sechs Arenen im Olympiapark, wo während der Olympischen Spiele im Jahr 2014 keine sportlichen Veranstaltungen stattfinden werden. Im Zentralstadion werden nur die Eröffnungs- und die Schlussfeier sein.“

Gerade erst, im November vorigen Jahres, lobte Jacques Rogge der Präsident des IOC die Organisatoren der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi in den höchsten Tönen. „Alles läuft richtig gut. Wir sind zufrieden mit dem Stand der baulichen Maßnahmen, den allgemeinen Vorbereitungen und auch den Marketingprojekten.“

Wer glaubt wirklich, dass sich der erfahrene Jacques Rogge geirrt haben soll?

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Anfang November 2011 war im Skigebiet „Rosa Farm“ eine Expertenkommission für den Behindertensport und war ebenfalls sehr zufrieden mit allen bisherigen Vorbereitungen für die Paralympics. Leo Seleznew, Präsident des russischen Bundesverbandes für Körperkultur und Sport, sagte: „Hier im Skigebiet können sich alle behinderten Athleten sehr wohl fühlen und werden sich auch wunderbar gut orientieren können.“ Haben sich diese Experten auch geirrt?

Die Bauarbeiten am Eispalast, wo die Eiskunstlauf-Wettbewerb und Short-Track-Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2014 stattfinden werden, liegen weit vor dem Plan. Die Montage der Metall-Kuppel des Eispalastes wurde innerhalb von nur vier Monaten abgeschlossen. Es war die schwierigste Arbeit bei der Errichtung des Eispalastes, an den Montagearbeiten waren mehr als 100 Installateure beteiligt. In dem Eispalast sollen bereits Ende 2012 erste Eiskunstlauf- und Short-Track-Wettkämpfe, ausgetragen werden.

Auf dem Berg Psekhako, wo das Biathlon Stadion errichtet wird, beendeten bereits voriges Jahr die Bauleute die Installation einer Metallkonstruktion – eines Stahlbeton-Skelettbaus. Die Arbeiten an der Konstruktion der Biathlon-Anlage wurden Ende 2011 abgeschlossen. Jetzt sind die Bauarbeiter mit den Arbeiten an der Verglasung, dem Innenausbau des Biathlon Stadions und der Montage von Einrichtungen rund um die Biathlon-Anlage beschäftigt. Anfang 2012 wird das Stadion den ersten internationalen Test-Wettkampf erleben.

Der Präsident der russischen Eisenbahngesellschaft RZD, Wladimir Jakunin, erklärte im Oktober 2011: „Wir mussten den Zeitplan noch kein einziges Mal korrigieren. Wir halten ihn strikt ein. Alle Bauprojekte sind zu 65 Prozent fertiggestellt, die Bauarbeiten verlaufen ohne Verzögerungen. Ich bin überzeugt, dass wir alle Objekte termingerecht fertigstellen werden.“

 

Und was ist mit den Menschen, die aufgrund der neuen Olympia-Gebäude und Sportstätten umziehen mussten? In Sotschi und Umgebung wurden bereits die sieben neuen Dörfer für die Umsiedler fertiggestellt. Die Häuser wurden ab November 2011 von den Umsiedlern bezogen. Viele Umsiedler schätzen sehr die Vorteile moderner und schicker neuer Heime.

Auch der Aufbau der Verkehrsinfrastruktur für die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi läuft auf Hochtouren. Bis zum Ende des Jahres 2013 werden in Sotschi 40 Kilometer neue Straßen gebaut und fünf neue Kreuzungen entstanden sein. Ein neuer super moderner Bahnhof entsteht ebenfalls. Dieses wurde während einer Sitzung des Öffentlichen Rates über die Vorbereitungen für die Olympischen Winterspiele vom russischen Verkehrsminister Igor Lewitin bestätigt. Alle Projekte liegen absolut im zeitlichen Plan.

Wie steht es nun um die finanzielle Seite? Auch wenn die globale Wirtschaft unberechenbar und hart ist, benötigen die Organisatoren der XXII Winterspiele in Sotschi nicht irgendwelche Hilfe von der russischen Regierung. „Wir sind wirklich zuversichtlich, dass wir kein Geld vom Staat beantragen“, sagte der Leiter des Organisationskomitees „Sotschi-2014“, Dmitrij Schernijschenko. Weiterhin betonte er: „Es ist eine Verpflichtung des Staates, an den Spielen sich als Co-Investoren zu beteiligen, aber mein Ziel ist es, Geld als Gewinn zu erwirtschaften.“ Nach vorsichtigen Schätzungen rechnet das Organisationskomitee „Sotschi-2014“ mit einem Gewinn von rund 300 Millionen US-Dollar,

Wo gab es in der Geschichte der Olympischen Spiele schon einmal dieses Novum, dass die gesamte Infrastruktur neu errichtet wurde? Das dieses natürlich erhebliche Kosten verursacht und damit auch eine gewisse Korruption gerade in Russland nicht ausbleiben wird, war jeden Beteiligten auch vor Baubeginn klar. Deshalb verteidigt Rechnungshof-Chef Stepaschin dann auch wiederum die hohen Ausgaben und schwächt seine Aussagen etwas ab: „Olympische Spiele sind ein soziales Projekt. Sie haben sich noch in keinem Land selbst finanziert“.

Sotschi – Hauptstadt der Korruption und Schlamperei?

Ein erstes Bild über den momentanen Stand der Vorbereitungen kann man sich bereits an diesem Wochenende machen, wenn der Ski-Weltcup in Sotschi gastieren wird.

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