Sheffield/Moskau. Die Eiskunstläufer aus Russland sind bei den Europameisterschaften 2012 im englischen Sheffield das Maß aller Dinge. Nach der Paarlauf-Entscheidung standen drei russische Paare auf dem Siegerpodest. Bei den Herren liegen nach dem Kurzprogramm zwei russische Herren vorne. Die Rückkehr von Jewgeni Pluschenko zieht aber alles in den Bann.

Die russischen Eiskunstläufer zeigen sich bei den diesjährigen Europameisterschaften extrem stark. Die favorisierten Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow gewannen gestern ihren ersten EM-Titel und blieben nur zwei Punkte unter ihrer persönlichen Bestleistung. Die Vize-Weltmeister siegten am Donnerstagabend in Sheffield mit klarem Vorsprung auf ihre Landsleute Vera Basarowa / Juri Larionow und Ksenia Stolbowa / Fedor Klimow.

Nach verletzungsbedingter Abwesenheit der deutschen Titelverteidiger Aljona Savchenko und Robin Szolkowy war damit das Podest fest in russischer Hand. Maxim Trankow sagte: „Natürlich sind wir sehr glücklich und vor allem das alle russischen Paare eineMedaillen haben. Wir sind ein Team, eine Familie, und wir arbeiteten hart – der Lohn sind drei Medaillen heute, wir freuen uns sehr. “

Das letzte Mal gab es diesen Hattrick für russische Paare vor sieben Jahren. Insgesamt wurde das Siegerpodium schon 12 Mal von russischen Eiskunstlaufpaaren komplett besetzt.

Paare, Endstand nach der Kür:

1. Tatiana Wolossoschar/Maxim Trankow (RUS) 210,45 Pkt.

2. Vera Basarowa/Juri Larionow (RUS) 193,79 Pkt.

3. Xenia Stolbowa/Fedor Klimow (RUS) 171,81 Pkt.

4. Stefania Berton/Ondrej Hotarek (ITA) 158,99 Pkt.

5. Mari-Doris Vartmann/Aaron van Cleave (GER) 154,99 Pkt.

6. Vanessa James/Morgan Cipres (FRA) 151,93. Pkt.

Pluschenko mit Sicherheitsprogramm in der Kurzkür

Nach dem Kurzprogramm der Herren hat Artur Gaschinski die Führung vor Jewgeny Pluschenko übernommen. Der vom Publikum umjubelte Pluschenko ließ überraschend den vierfachen Toeloop aus und sprang stattdessen eine Kombination aus dreifachem Lutz und Toeloop.

„Eigentlich gehört der Vierfache dazu, aber ich bin verletzt“, sagte Pluschenko, „wenn ich es riskiere, kann ich hinterher drei Minuten nicht mehr laufen. So sehr schmerzt mein linkes Knie.“

Mit 84,71 Punkten honorierte das Preisgericht nicht nur seine sportlichen Elemente, sondern erstaunlich hoch auch die künstlerische Darbietung. „Ich habe viele Titel gewonnen, diese Saison ist nur zum Aufwärmen“, sagte der Olympiasieger von 2006.

Nach dem Championat will er sich in München am Meniskus operieren lassen. „Zur WM kann ich nicht kommen, noch mehr Spritzen und Tabletten will ich nicht“, erklärte der dreimalige Weltmeister, der erst im nächsten Winter in voller Stärke zurückkehren will. Bis auf Gatschinski, der ebenfalls bei Alexej Mischin trainiert, hielt keiner mit dem Niveau mit. Mit 84,80 Punkten führt der 19-Jährige vor der Kür am Samstag ganz knapp.

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