Solche bösen Stürze sollen ab den Olympischen Winterspielen in Sotschi glimpflicher für die Athleten ausgehen.

Solche bösen Stürze sollen ab den Olympischen Winterspielen in Sotschi glimpflicher für die Athleten ausgehen.

Kitzbühel/Sotschi. Der internationale Ski-Weltverband (FIS) und die italienische Firma Dainese enthüllten gestern im österreichischen Kitzbühel ein Airbag-System für Skirennfahrer, das bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi einsatzbereit sein soll.

Noch ist die „D-air“ genannte Innovation ein Prototyp, sie soll aber bis zu den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ausgereift sein. Der Airbag öffnet sich in 40 Millisekunden, nach 100 Millisekunden ist der volle Schutz gewährleistet. 85 Prozent der Kräfte sollen damit aufgefangen werden können. Dabei sollen nicht nur Schulter und Brust, sondern Kopf, Genick und auch die Knie der Sturzopfer geschützt werden. Ende 2012 sollen die ersten Prototypen fertig sein, 2013 soll zur Feinabstimmung genützt werden.

„Wir sind mit unseren Bemühungen weiter als viele Leute glaube“, meinte FIS-Herren-Renndirektor Günter Hujara.

Wie der Airbag ausgelöst werden soll, darüber herrscht noch Unklarheit. Ein „Notfall-Knopf“, der entweder vom Rennfahrer selbst oder von einem Außenstehenden gedrückt werden könnte, scheint ausgeschlossen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Airbag auf eine spezielle Bewegung oder Position des Rennfahrers reagieren wird. Bei einem eventuellen Fehlalarm soll es dem Fahrer weiter möglich sein, die Kontrolle über Ski und Körper zu behalten.

„Wir möchten den exakten Moment bestimmen, an dem ein Schirennfahrer keine Kontrolle mehr hat und ein Sturz unvermeidbar ist, um das Airbag-System zu perfektionieren“, meinte Hujara.

Dainese arbeitet im Motorrad-Rennsport bereits seit einem Jahrzehnt an derartigen Schutzsystemen, im Skisport experimentiert man erst seit knapp drei Jahren daran. An dieser neuen Innovation für Skirennsportler arbeiten u.a. Aksel Lund Svindal, Erik Guay, Kjetil Jansrud, Jan Hudec und Werner Heel mit. Auch Kristian Ghedina, der im Weltcup als erster Athlet einen Dainese-Protektor getragen hat, arbeitet am Projekt mit.

sotschi-2014.RU