NoviSad/Moskau. Zum Auftakt der Handball-Europameisterschaft der Männer in Serbien trennten sich in einem wahren Krimi in der Gruppe C Russland und Ungarn mit einem 31:31 (19:19) Unentschieden.Für Russland geht es bei dieser EM auch noch um die Qualifikation für London 2012. Zuvor war Titelverteidiger Frankreich mit einer Niederlage gegen Spanien in der Gruppe C gestartet. In einem hochklassigen und bis zum Schluss spannenden Spiel unterlag der amtierende Weltmeister und Olympiasieger zum Auftakt dem WM-Dritten mit 26:29.

Eine bis zum letzten Wurf packende Begegnung sahen die Zuschauer in Novi Sad im Vergleich zwischen Russland und Ungarn. Für beide Teams war es in der Gruppe C mit Spanien und Frankreich die vielleicht vorentscheidende Begegnung hinsichtlich des Weiterkommens. Eine Vorentscheidung gab es aber nicht, nach einer dramatischen Schlussphase hieß es am Ende 31:31. Für beide Teams gilt es nun weitere Punkte gegen einen der Gruppenfavoriten zu holen, ansonsten könnte am Ende sogar die Tordifferenz den Ausschlag zwischen dem dritten Platz in der Vorrunde und dem Aus bei der EM geben.

Ungarn erwischte dabei einen glänzenden Start in die Partie, 3:0 hieß es bevor Rastwortzew in der fünften Minute der erste Treffer für Russland gelang. Ein Doppelschlag von Gergo Ivancsik zum 5:1 machte den Start von Ungarn nahezu perfekt, dann aber drehte Russland auf. Das Team von Wladimir Maximow setzte nun auf seine individuelle Stärke und konnte beim 6:5 in der elften Minute den Anschluss erzielen. Ungarn zeigte sich aber unbeeindruckt, die Magyaren standen sicher in der Deckung und warteten in der Offensive geduldig auf die sich bietenden Chancen. Ein Durchbruch von Ilyes sorgte für das 9:5.

Die Begegnung blieb aber auch in der Folge abwechslungsreich, und die Zuschauer bekamen sehenswerte Treffer geboten, wie das 9:6 von Rastwortzew. Zunächst aber behauptete Ungarn die Führung, lag beim 16:12 sogar noch mit vier Toren in Führung. Für Russland wäre die Auftaktniederlage ein herber Rückschlag im Kampf um die Olympischen Spiele, Ungarn hat aufgrund der WM-Platzierung hingegen seinen Platz bei den Qualifikationsturnieren bereits sicher und diese Leichtigkeit schien den Unterschied zu machen. Zum Ende des ersten Abschnitts kam Russland aber wieder auf, Rastworzew gelang Sekunden vor der Sirene das 19:19.

Zwei Tore in Folge hatte Russland zum Ende des ersten Abschnitts gesetzt, die Serie ging nach Wiederbeginn mit einem Doppelschlag von Kowalew weiter und Dibirow erhöhte dann den Abstand sogar auf drei Tore. Die lange Zeit in Führung liegenden Ungarn sahen sich mit einem 19:22 konfrontiert, glichen aber durch drei Treffer in Folge umgehend zum 22:22 aus. Russland legte wieder drei Tore vor und als Mocsai noch einen Strafwurf über das russische Tor hob, schien die Maximow-Schützlinge das Spiel in den Griff zu bekommen. Aber den nächsten Strafwurf verwandelte Csaszar, der wenig später mit einem Doppelschlag zum 27:26 sogar wieder Ungarn in Front warf.

Beide Teams lieferten sich ein beeindruckendes Duell, in dem auch die Trainer geschickt die Fäden zogen. Das bessere Ende schien Lajos Mocsai zu haben, sein Team setzte nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Kowalew die Serie weiter – trotz einer Unterzahl. Anteil daran hatte auch der starke Mikler im Tor. Putics traf, Harsanyi legte sehenswert nach und Csaszar erhöhte sieben Minuten vor dem Ende zum 30:27. Doch nun drehte Russland wieder auf, die nächste Überzahl nutzte der mehrfache Weltmeister zum Ausgleich, sehenswert wurde Schipurin am Kreis freigespielt, von wo er das 30:30 erzielte. Inzwischen aber war Russland in Unterzahl geraten, Torwart Bogdanow verhinderte mit einer Glanzparade aber den erneuten Rückstand und auf der Gegenseite traf Iwanow in Unterzahl – es war der vierte russische Treffer in Unterzahl.

Doch nach über sechs torlosen Minuten gelang es Ungarn eine weitere Strafzeit gegen Russland herauszuholen. Das Maximow-Team musste fast eine Minute in doppelter Unterzahl agieren und Ungarn konnte diesen Vorteil nutzen, um einen Strafwurf herauszuholen, den Csaszar zum 31:31 nutzte. Russland hielt den Ball und konnte nach einen Sekunden zumindest wieder mit fünf Feldspielern agieren. Ein Offensivfoul aber gab Ungarn die Chance auf den Siegtreffer, die allerdings aber blieb ungenutzt und am Ende stand ein insgesamt leistungsgerechtes Unentschieden.

Spanien führt die Tabelle der Gruppe C mit 2 Punkten, 29:26 Toren und einer Tordifferenz von + 3 vor Russland und Ungarn (je 1 Punkt, 31:31 Tore und einer Differenz von +/- 0) an. Tabellenletzter ist momentan Frankreich mit 0 Punkten, 26:29 Toren und einer Differenz von – 3.