Moskau. Das letzte große Box-Highlight des Jahres ist geplatzt – der Ukrainer Wladimir Klitschko muss seine geplante Titelverteidigung am Samstag in Düsseldorf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck krankheitsbedingt absagen.

Dem 35-jährigen Klitschko war bei einer Operation am vergangenen Samstag ein Nierenstein entfernt worden. Daraufhin soll eine Entzündung aufgetreten sein. Zunächst hatte das Management des Ukrainers noch mitgeteilt, dass der Kampf dennoch stattfinden könnte.

„Ja, das wird leider so sein. Wladimir ist sehr traurig und am Boden zerstört, aber er hat wieder extreme Schmerzen bekommen“, sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte.

„Ihm ist schlecht geworden, er ist in die Klinik gefahren. Er fühlt sich nicht besonders gut“, hatte sein Bruder Witali Klitschko erklärt.

Für die freiwillige Titelverteidigung des IBF-, WBO-Weltmeisters und WBA-Superchampions gegen den vier Jahre älteren Herausforderer aus Frankreich waren bereits über 30.000 Karten verkauft worden. Klitschko wollte sein WM-Jubiläum mit dem 50. K.o.-Sieg seiner seit 1996 dauernden Profikarriere krönen. Zuletzt hatte er am 2. Juli in Hamburg gegen den Briten David Haye nach Punkten gewonnen.

Vergleichbares Pech hatte Wladimir Klitschko bereits Ende vorigen Jahres. Da musste der vermeintlich beste aktive Schwergewichtsboxer der Welt die für den 11. Dezember 2010 in Mannheim angesetzte Titelverteidigung gegen den Briten Dereck Chisora wegen eines Muskelfaserrisses in der Bauchmuskulatur wenige Tage zuvor absagen.

Am 5. März 2011 ließ Klitschko dann den auf dem 30. April neuangesetzten Kampf gegen Chisora wieder platzen. Sportarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt diagnostizierte, dass die Verletzung noch nicht vollständig ausgeheilt sei und ein Kampf im April ein noch zu großes Risiko wäre. Tags darauf meldete Wladimir Klitschko das millionenträchtige Mega-Duell mit Chisoras Landsmann Haye als perfekt.