Helsinki/Moskau. Der russische WBA-Champion Alexander Powetkin hat seinen Weltmeister-Titel im Schwergewicht erfolgreich verteidigt. Der 32-Jährige Powetkin besiegte in Helsinki den US-Amerikaner Cedric Boswell durch einen K.o. Sieg in der achten Runde. Powetkin blieb damit auch in seinem 23. Profikampf ungeschlagen und siegte zum 16. Mal vorzeitig.

Der Titelverteidiger Alexander Powetkin (auch Sascha genannt) hatte sich am 27. August 2011 den WM-Gürtel der World Boxing Association (WBA) durch einen Punktsieg über den Usbeken Ruslan Schagaew in Erfurt gesichert. Am Samstag hat jetzt Alexander Povetkin seinen Titel in Helsinki zum ersten Mal erfolgreich verteidigt.

Der Kampf war in der Anfangsphase relativ ausgeglichen, Boswell bewegte sich viel und bot Powetkin nur wenig Trefferfläche für Kombinationen. Trotzdem dürfte Powetkin nach den beiden ersten Runden bei den Punktrichtern vorne gelegen haben.

Nach der dritten Runde, die für Boswell gewertet worden sein müsste, gab es von Trainer Teddy Atlas eine kleine Standpauke für Powetkin. „Hier geht es um einen Titel”, so der Trainer von Sascha. Powetkin schien sich die Worte zu Herzen genommen zu haben und startete aggressiv in die vierte Runde und entschied diese auch wieder klar für sich.

Gegen Ende der fünften Runde konnte Powetkin erneut einige gute Treffer landen, echte Schlagwirkung gab es aber noch keine. Das änderte sich in der sechsten Runde, wo Boswell zum ersten Mal in richtige Schwierigkeiten geriet. Boswell schien danach am Ende seines Boxer-Lateins zu sein und war mehr aufs „Überleben“ bedacht.

Gegen Ende der siebten Runde wurde Boswell von Powetkin in der Ring-Ecke gestellt und musste mehrere schwere Treffer einstecken – ein vorzeitiges Ende deutete sich an. In der achten Runde war es schließlich soweit – Boswell ließ nach wie vor die Hände hängen und versuchte in die Ecke gedrängt die Schläge Powetkins auszupendeln. 20 Sekunden vor Ende der achten Runde fing sich Boswell wieder einige harte Treffer ein, nach einem rechten Volltreffer ging der 42-jährige US-Amerikaner dann endgültig schwer K.o. Erst nach einigen Minuten kapierte Boswell richtig was geschehen war und konnte in seine Ring-Ecke geführt werden.

Die Handschrift von Powetkins Trainer Teddy Atlas war eindeutig zu erkennen. Powetkin sah viel austrainierter aus, als noch im Kampf gegen Ruslan Schagaew. Noch entscheidender war aber, dass Atlas dem russischen Boxer einen überlegenden Boxstil beigebracht hat. Powetkin kämpft jetzt nicht mehr so kraftraubend und schlägt nicht mehr mit der Frequenz eines Amateurboxers, jetzt setzt Sascha die entscheidenden Treffer und teilt sich seine Kräfte systematisch ein. Der bekannte Ex-Trainer von Mike Tyson und Michael Moorer, Teddy Atlas, löste vor zwei Jahren Powetkins Ex-Trainer Waleri Below ab.

Wladimir Klitschko auf dem Weg der Besserung

Die Nierenstein-Operation bei Schwergewichtsboxer Wladimir Klitschko ist am Sonnabend gut und komplikationslos verlaufen. Wladimir Klitschko wurde in der Urologie des Universitätsklinikums Düsseldorf endoskopisch ein Nierenstein entfernt. Der Eingriff dauerte etwa 45 Minuten. Klitschko ist nach seiner Entlassung aus der Düsseldorfer Uni-Klinik bereits im Hotel.

Damit kann der 35-jährige Box-Weltmeister Wladimir Klitschko aus der Ukraine seine drei WM-Gürtel gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck am 10. Dezember in Düsseldorf höchstwahrscheinlich verteidigen.

„Es ist alles gut verlaufen und es sind keinerlei Komplikationen eingetreten. Wenn alles so bleibt, findet der Kampfabend wie geplant statt“, sagte Klitschkos Manager Bernd Bönte.

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU