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4. November – Tag der nationalen Einheit des Volkes

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Heute ist in Russland Feiertag, der -Tag der nationalen Einheit des Volkes-. Dieser Tag erinnert an die nationale Befreiung am 22. Oktober 1612 von den polnischen – litauischen Besatzern. Es ist der jüngste russische Feiertag, Tag der Gottesmutter-von-Kasan-Ikone wurde er auch genannt.

Unter der Führung des Gemeindevorstehers Kusma Minin aus Nischni Nowgorod und des Fürsten Dmitri Poscharski hatte damals eine Volkswehr Moskau von dem polnischen – litauischen Besatzerheer befreit. Damit wurde in Russland die Smuta (Zeit der Wirren) beendet. Hierauf wurde am 21. Februar 1613 der 17jährige Michael Romanow, ein Verwandter des alten Rurikschen Herrschergeschlechts, zum Zaren erwählt.

Polen-Litauen besetzte den Kreml

Polen-Litauen eroberte 1610 den Kreml. Dieser Staat bestand von 1569 bis 1791. Das Staatsterritorium umfasste in seiner größten Ausdehnung um 1600 die heutigen Gebiete von Polen, Litauen, Lettland, Weißrussland, Estlands, Rumäniens, der Ukraine und Teile Russlands. Die beiden Namensgebenden Länder waren das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen

Im Zarenreich gab es schon 268 Jahre diesen Feiertag

Im Russischen Zarenreich gab es bereits diesen Tag der Einheit des Volkes seit dem 22. Oktober 1649 als Feiertag. Zum Andenken an die Befreiung erklärte Zar Alexei der Erste diesen Tag zum Staatsfeiertag in ganz Russland. Ursprünglich wurde der Tag als Tag der Gottesmutter-von-Kasan-Ikone bezeichnet, da genau jene Ikone Überlieferungen zufolge Minin und Poscharski bei ihrem Einmarsch in Moskau vor sich hielten.

Bolschewiki feierten dann den Tag der Revolution

Nach der Oktoberrevolution schaffte der Rat der Volkskommissare, dem ausschließlich Bolschewiki angehörten, den 22. Oktober als Feiertag ab. Stattdessen wurde der Tag der Revolution offiziell gefeiert, ursprünglich der 25. Oktober. Nach der 1918 erfolgten Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender dementsprechend am 7. November.

Nach der Auflösung der Sowjetunion blieb dieser Tag noch einige Jahre lang als Staatsfeiertag bestehen und hieß von 1996 bis 2004 offiziell Tag der Aussöhnung und der Eintracht.

Feiertagsregelungen wurden 2004 modifiziert

Ende 2004 wurde in der Duma ein neues Gesetz verabschiedet, mit dem die bisherigen Feiertagsregelungen in Russland modifiziert wurden.

So wurde sowohl der Tag der Aussöhnung und der Eintracht als auch der bis dahin am 12. Dezember gefeierte Tag der Verfassung als gesetzliche Feiertage abgeschafft und stattdessen der Tag der Einheit des Volkes, also der alte Tag der Gottesmutter-von-Kasan-Ikone – sowie drei zusätzliche Neujahrsfeiertage Anfang Januar eingeführt.

Der 4. November anstelle des ursprünglichen 22. Oktobers ergibt sich heute wieder aus der Kalenderumstellung. Der Unterschied zwischen dem julianischen und gregorianischen Kalender beträgt bei der Umrechnung der Daten im 21. Jahrhundert 13 Tage.

Nischni Nowgorod feiert traditionsgemäß am meisten

Wer in Nischni Nowgorod oder Umgebung wohnt kann traditionsgemäß die größten Feierlichkeiten im ganzen Land miterleben. Hier wird jedes Kind erzählen können, dass die Nischni Nowgoroder Landwehr unter Leitung Kusma Minin aus Nischni Nowgorod und des Fürsten Dmitri Poscharski 1612 Moskau befreit hatte. Auch Russlands Präsident Dimitri Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin feiern den Feiertag dieses Jahr in Nischni Nowgorod.

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