Moskau. Das Jahr 2013 neigt sich dem Ende entgegen und es klopft ein Jahr mit Olympischen Winterspielen in Sotschi und der Fußball-WM-Endrunde in Brasilien an die Tür. Ein Grund für sotschi-2014.RU einen Rückblick auf das Sport-Jahr 2013 aus russischer Sicht zu werfen. Im fast abgelaufenen Jahr haben auch wieder die Sportlerinnen und Sportler aus Russland große Erfolge erzielen können. Hier ein Überblick der größten Erfolge.

Im Januar gewinnt Alexander Legkow als erster Russe die Tour de Ski. Legkow hatte die Schlussetappe der Tour für sich entschieden und damit auch seinen ersten großen Titel gewonnen.

Sein Landsmann Maxim Wylegschanin belegte hinter dem Titelverteidiger Dario Cologna aus der Schweiz den dritten Platz in der Gesamtwertung der Tour de Ski und machte damit eine bisher einmalige Bilanz für russische Ski-Langläufer komplett.

 

Alexander Legkow trainiert nur wenig zusammen mit der russischen Nationalmannschaft der Skilangläufer – mit Ilja Tschernoussow bildet er ein Privatteam. Deshalb ist der Kontakt zu den anderen russischen Skilangläufern auch eher nur sporadisch.

Legkow gilt als ein freundlicher und hilfsbereiter Athlet. Unsportlichkeiten, wie er sie sich auf dem sechsten Tagesabschnitt der Tour de Ski gegen Tobias Angerer aus Deutschland leistete und die ihm eine 15 Sekunden Zeitstrafe durch die Jury einbrachte, sind bei ihm sehr ungewöhnlich. Über diesen Aussetzer ärgerte er sich auch selbst am meisten.

2011 erkrankte Legkow an der Schweinegrippe, wie sein Erfolg bei der Tour de Ski aber bewies, war er wieder voll im Leistungszenit.

Im März werden die bis dahin zweifachen Europameister Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow aus Russland mit einer absoluten Glanzkür neue Weltmeister der Sportpaare im Eiskunstlauf.

Damit stieß das russische Paar die deutschen Titelverteidiger Aljona Savchenko und Robin Szolkowy vom Weltmeisterthron, beide Deutschen konnten mit Silber mehr als zufrieden sein. Die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford belegten den dritten Platz.

In der Budweiser Gardens Arena im kanadischen London zeigten Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow die bisher beste Kür ihrer sportlichen Karriere. Zu klassischer Musik von Bach riss das russische Paar das Publikum von den Sitzen. Standing ovation des sehr fairen kanadischen Publikums waren die logische Folge.

Der Zuschauer hatten beim Wurf-Lutz den Eindruck, dass Tatjana Wolososchar die Sterne vom Himmel holen wollte. Es war wohl der höchste, den die Fans jemals gesehen hatten. Das russische Paar absolvierte ihre gesamte Kür sehr sicher und sauber. Nach der Kür hopste Tatjana Wolososchar vor Freude nur noch über das Eis.

Die Benotung war dementsprechend hoch und auch sehr verdient: 225,71 Gesamtpunkte – 20 Punkte mehr als die Deutschen. Die Kürwertung von 149,87 Punkten für Wolososchar und Trankow stellt zudem einen neuen Weltrekord dar, genau wie die 225,71 Punkte – bis dahin Savchenko/Szolkowy mit 217,85 Punkten.

Im März gewinnt auch Tennis-Star Maria Scharapowa aus Russland das Women’s Tennis Association (WTA) -Hartplatzturnier im kalifornischen Indian Wells. Scharapowa besiegte in einem einseitigen Finale die Dänin Caroline Wozniacki in nur 81 Minuten mit 6:2 und 6:2. Die 25-Jährige hatte damit zum zweiten Mal nach 2006 dieses Turnier in den USA gewonnen.

„Siege wie diese machen unseren Sport so speziell, dafür arbeitet man so hart”, sagte Scharapowa, die in allen sechs Turnierspielen ohne Satzverlust geblieben war.

Für Maria Scharapowa war es der erste Turniersieg seit dem French-Open-Erfolg 2012.

Im April teilte der Russische-Biathlon-Verband (RBU) in Kooperation mit dem Sportministerium mit, dass der Deutsche Wolfgang Pichler nicht mehr Cheftrainer der russischen Biathletinnen ist. Er soll in Zukunft helfen, das Team auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi vorzubereiten. Ab sofort wird er für das „funktionelle Training” verantwortlich sein. Dieses teilte der Präsident des RBU, Michail Prochorow, mit.

Nach einer sehr durchwachsenen vorolympischen Saison für die russischen Biathlon-Damen, hatte der 58-jährige Wolfgang Pichler aus Ruhpolding seinen Job als Cheftrainer der russischen Biathletinnen verloren. Pichler soll zusammen mit Alexander Selifonow die russischen Biathlon-Damen trainieren.

Im Juli fand die 27. Sommer- Universiade der Studenten in Kasan statt. Die russischen Studenten-Sportlerinnen und Sportler gewannen insgesamt 155 Goldmedaillen. Die Sportwettkämpfe waren sehr gut besucht, dass viele Veranstaltungen restlos ausverkauft waren.

Diese Sommer-Universiade in der russischen Metropole Kasan setzte neue Maßstäbe. 11.800 Teilnehmer aus mehr als 150 Nationen verwandelten die Stadt an der Wolga zwei Wochen lang zur Hauptstadt des Hochschulsports. In 27 Sportarten suchten die Athletinnen und Athleten ihre Sieger.

Bei den 15. Schwimmweltmeisterschaften in Barcelona von Mitte Juli bis Anfang August belegte die russische Mannschaft den dritten Rang in der Länderwertung, hinter den USA und China Insgesamt gewann Russland bei diesen Weltmeisterschaften 19 Medaillen: neun Gold-, sechs Silber- und vier Bronzemedaillen.

Sieben der neun goldenen Medaillen gingen auf das Konto der Synchronschwimmerinnen, unter denen auch Swetlana Romaschina war. Die 15-fache Weltmeisterin wurde von den Organisatoren sogar zur Abschlusszeremonie des Turniers eingeladen. Sie war jedoch kein gewöhnlicher Gast: Romaschina wurde als Zugabe für ihre Glanzleistung noch einmal gebeten, ins Becken zu steigen, um das Publikum mit einer Solovorstellung zu begeistern.

Nach der Weltmeisterschaft wurde die dreifache Olympiasiegerin, 15-fache Weltmeisterin und sechsfache Europameisterin von der Ligue Européenne de Natation (LEN) zur besten Synchronschwimmerin des Jahres 2013 gekürt.

Im August wurde die 14. Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau ausgetragen. Die Wettkämpfe im Stabhochsprung der Frauen im Moskauer Luschniki-Stadion sorgten für vollbesetzte Tribünen mit jubelnden russischen Fans. Alle waren gekommen um Jelena Issinbajewa anzufeuern. Es half – die erfolgreichste Stabhochspringerin der Welt wurde vor heimischem Publikum mit 4,89 Metern zum dritten Mal Weltmeisterin.

Russland war die erfolgreichste Nation, mit sieben WM-Titeln, im Medaillenspiegel. Außer Issinbajewa wurden auch in Moskau Weltmeister: Jelena Laschmanowa und Alexander Iwanow jeweils über 20 Kilometer Gehen, Swetlana Schkolina im Hochsprung, Tatjana Lyssenkoim Hammerwerfen, Alexander Menkow im Weitsprung und die 4×400 Meter Staffel der Frauen in der Besetzung: Julija Guschtschina, Tatjana Firowa, Xenija Ryschowa und Antonina Kriwoschapka.

Außerdem gewannen russische Sportlerinnen und Sportler noch vier Vize-WM-Titel und sechs Bronzemedaillen.

Im September werden die russischen Volleyballer zum 13.Mal Europameister. Der Olympiasieger gewann im Endspiel in Kopenhagen mit 3:1 (25:20, 25:22, 22:25, 25:17) gegen Italien und holte erstmals nach 22 Jahren wieder Gold bei dem Kontinentalturnier. Russland untermauerte mit einer souveränen Vorstellung seine Ausnahmestellung im Männer-Volleyball.

Russland bot im Endspiel der Volleyball-EM eine souveräne Leistung gegen italien. Selbst als im 2.Satz zweimal in dem zur Volleyball-Arena umgerüsteten Fußball-Stadion die Beleuchtung streikte, bewahrte der Olympia-Champion kühlen Kopf.

Der russische EM-Titel war vollkommen verdient. Lediglich das Auftaktspiel gegen Deutschland ging verloren (0:3), anschließend steigerte sich der Favorit von Partie zu Partie.

Und auch im September verteidigte die russische Beach-Soccer-Nationalmannschaft ihren Titel bei der Weltmeisterschaft in Tahiti mit Erfolg. Der Europameister von 2010 und 2012 setzte sich im Endspiel in Papeete mit 5:1 (0:0, 3:1, 2:0) gegen Spanien durch und sicherte sich damit seinen zweiten WM-Titel nach 2011.

Anton Schkarin (13.), Kirill Romanow (16.), Juri Krascheninnikow (18., 31.) sowie Dimitrij Schischin (36.) trafen für die Sbornaja. Für Schischin war es der elfte Turniertreffer, er sicherte sich damit die Torjägerkrone. Spanien, das zum dritten Mal Silber gewann, hatte durch Llorenc (24.) das zwischenzeitliche 1:3 erzielt.

Auch wenn Russland als alter und neuer Weltmeister das Turnier beendete, stand das Team im gesamten Turnierverlauf unter Druck. Zwei Mal setzten sich die russischen Männer nur mit einem Tor Unterschied durch und in einem äußerst denkwürdigen Halbfinale lag der spätere Weltmeister drei Minuten vor Schluss noch gegen Tahiti zurück. Vielleicht war es der Turniersieg vor zwei Jahren, der den Ausschlag gab und den Russen das Gefühl vermittelte, dass der Titel immer in Reichweite war.

Im Finale aber dominierte Russland ab dem Moment, in dem das Team im zweiten Drittel die Führung übernahm. Nach dem Treffer von Anton Schkarin nach 30 Sekunden des zweiten Spielabschnitts gab es kaum noch Zweifel an der Titelverteidigung. So war auch der russische Trainer Mikhail Likjaschew der Ansicht, sie hätten sich das Beste bis zum Schluss aufgehoben. „Es war unser bestes Spiel in diesem Turnier, und wir sind sehr glücklich darüber, die Siegermedaille mit nach Hause zu nehmen”, sagte er. „Das Spiel gegen Tahiti im Halbfinale war wohl das schwierigste”, ergänzte der Trainer.

Bronze ging an Rekordweltmeister Brasilien (13 von 17 Titeln). Die Brasilianer bezwang Gastgeber Tahiti im Spiel um Platz 3 mit 1:0 im Neunmeterschießen. Nach regulärer Spielzeit hatte es in einem sehr turbulenten Spiel 6:6 gestanden, die Verlängerung endete ebenfalls unentschieden (1:1).

Im Oktober buchte Russlands Fußball-Nationalmannschaft das Ticket für die Fußball WM 2014 in Brasilien. Die Sbornaja kam in Baku gegen die vom ehemaligen deutschen Bundestrainer Berti Vogts trainierte Auswahl Aserbaidschans zwar nur zu einem 1:1 (1:0), der Punkt reichte jedoch zur dritten Qualifikation für eine WM-Endrunde.

Russland fährt damit nach dem Verpassen der letzten zwei WM-Endrunden als Sieger der Qualifikationsgruppe Gruppe F nach Brasilien zur XX. Endrunde der Fußball-Weltmeisterschaft.

Auch im Oktober verteidigte vor etwa 14.000 Zuschauern im ausverkauften Olympiisky Sport-Komplex in Moskau der Super-Champion der WBA und Weltmeister nach Version der IBF, WBO und IBO Wladimir Klitschko gegen den Weltmeister der WBA Alexander Powetkin aus Russland seine WM-Titel im Schwergewicht. In einem nicht wirklich sehenswerten Kampf war Klitschko mit seiner Führhand überlegen und hatte Powetkin mit seinen Zwischenspurts in der zweiten und siebten Runde mehrfach am Boden. Alle drei Punktrichter werteten mit 119:104 für Klitschko.

Und auch im Oktober – nachdem der Eishockey-Superstar Alexander Owetschkin, bei der Entzündung des Olympischen Feuers in Griechenland, der erste Russe war der die Fackel mit dem Olympischen Feuer tragen durfte, war am 7. Oktober die fünfmalige Olympiasiegerin im Synchronschwimmen Anastassija Dawydowa die erste Russin, die das Olympische Feuer auf russischem Territorium tragen durfte. Es wurde und wird der größte und eindrucksvollste Fackellauf in der Geschichte Olympischer Spiele, der jemals stattgefunden hat.

Das Olympische Feuer wird 123 Tage durch Russland unterwegs sein. Es ist mit 65.000 Kilometern der längste Fackellauf zu Olympischen Winterspielen. Beteiligt daran sind im größten Land der Erde 14.000 Läufer. Das Olympische Feuer war auch bereits im Weltraum auf der Internationalen Raumstation ISS und erreichte mit einem Atomeisbrecher den Nordpol.

Auf dem Weg des Feuers zu den Olympischen Wettbewerben in Sotschi liegen etwa 2.900 Städte in allen 83 russischen Regionen von Kaliningrad bis Wladiwostok. Fast 90 Prozent der russischen Bevölkerung, von über 143 Millionen Menschen, können als direkte Zuschauer und als Teilnehmer ein Teil des Fackellaufes werden.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi finden vom 7. bis zum 23. Februar 2014 statt.

Der Olympiasieger von 2006 in Turin im Eiskunstlauf der Herren Jewgenij Pljuschtschenko feierte im November mit einem starken Programm seine Rückkehr auf die Eisfläche. Trotz seiner krankheitsbedingten Pause seit Anfang 2013 zeigte Pljuschtschenko im Kurzprogramm auf dem internationalen Turnier Volvo Open Cup in Riga eine Glanzleistung und gewann auch nach der Kür.

Im Dezember werden die russischen Schwimmerinnen und Schwimmer die ganz großen Gewinner bei der Kurzbahn-Europameisterschaft im dänischen Herning. Am vierten und letzten Tag der EM gab es für die russische Mannschaft eine reine Medaillenflut zu bejubeln. Insgesamt verbuchte der Russische Schwimmverband bei den Titelkämpfen auf der 25-Meter-Bahn 22 Medaillen (13 x Gold, 5 x Silber und 4 x Bronze), damit belegte Russland auch den ersten Platz im Medaillenspiegel.

Auch im Dezember fand die 26. Winter-Universiade 2013 im Trentino satt. Elf Tage lang kämpften insgesamt 1.698 studentische Athletinnen und Athleten von 655 Hochschulen aus 50 Nationen um die Medaillen. Mit rund 2.700 registrierten Teilnehmenden waren die Weltsportspiele der Studenten so groß wie nie zuvor.

Russlands Studenten-Sportler belegten im Medaillenspiegel den ersten Platz. Insgesamt gewannen sie 15 Gold-, 15 Silber- und 19 Bronzemedaillen – 50 Mal Edelmetall, so viel wie keine andere Nation. Den zweiten Platz in der Länderwertung belegte Polen, mit 23 Medaillen (10x Gold, 10x Silber und 3x Bronze). Dritter wurde Südkorea (8x Gold, 9x Silber und 7x Bronze). Bereits bei der letzten Winter-Universiade in der türkischen Stadt Erzurum belegten die russischen Sportler Platz eins.

Jetzt warten wir alle auf das spannende Sport-Jahr 2014 mit den Olympischen Winterspielen in Sotschi, der Fußball-WM-Endrunde und auch dem ersten Formel-1-Rennen in Russland, im Oktober in Sotschi. Und ganz gewiss werden auch in 2014 die russischen Sportlerinnen und Sportler das Weltniveau mit angeben und bestimmen.