Der Bauboom in Sotschi bietet auch deutschen und internationalen KMUs enormes Entwicklungspotenzial.

Moskau. Die Olympischen Spiele 2014 bescheren Sotschi einen 18 Milliarden Euro schweren Bauboom. Der Kuchen ist unvorstellbar groß. Die Region Krasnodar, wo Sotschi liegt, gilt zwar als Garten Russlands – hier wachsen Weintrauben, Zuckerrüben und Zitrusfrüchte, doch die Infrastruktur ist bislang äußerst bescheiden, auch wenn ausländische Firmen Jahr für Jahr mittlerweile mehrere hundert Millionen Euro investieren.

Für die Austragung der Olympischen Spiele muss in und um die Stadt Sotschi enorm investiert werden. Aufträge im Wert von 18 Milliarden Euro für Sportanlagen, Straßen, Hotels, Kraftwerke und viel mehr werden vergeben.

Die gesamte Infrastruktur muss aufgebaut werden. Da gibt es große Chancen für deutsche und internationale Betriebe. Die Chancen stehen sehr gut, wenn man ein qualitätsvolles und preiswertes Angebot erstellt, wird man dabei sein. Schauen Sie dazu auch in unsere Ausschreibungen und beachten die Ratschläge dort.

Der Ausbau von Sotschi zu einem Wintersportparadies von Weltrang ist Chefsache von Wladimir Putin. Dieses beschleunigt viele Prozesse in dem Kurort und bringt der Region Milliarden US-Dollar von Staat, Wirtschaft und Sponsoren. So hat jetzt die russische VTB Bank dem Unternehmen „Hals-Development” (ehemals “Sistema-Hals”) ein Darlehen in Höhe von 5,676 Milliarden Rubel zur Verfügung gestellt, für das Sanierungsprojekt – Hotel „Camellia“ in Sotschi. Die Sanierungsarbeiten auf dem Gelände des ehemaligen Hotels „Camellia“ sehen den Bau von 409 Luxuswohnungen und ein Hotelkomplex der fünf Sterne Kategorie mit 257 Zimmern vor. Die Gesamtfläche des Objektes beträgt 96-Tausend Quadratmeter. Das Unternehmen „Hals-Development“ arbeitet auf dem Immobilienmarkt in Russland und den GUS-Staaten seit 1984.

Der Neubau eines multifunktionalen Diagnose- und Behandlungszentrum wurde jetzt von Sotschi’s Bürgermeister Anatoli Paschomow verkündet. Der Baubeginn ist für sofort geplant. Laut dem Chefarzt vom Städtischen Krankenhaus Nr. 4 in Sotschi, Juri Schirwaej – wird in zwei Jahren hier ein neues chirurgisches Zentrum mit 300 Betten und eine ambulante Klinik für 100 Besucher pro Tag entstehen. Die Ausstattung des neuen Diagnose- und Behandlungszentrum wird nur mit der modernsten und besten Technik realisiert werden. Die Gesamtkosten des Projekts betragen rund 4,8 Milliarden Rubel.

Ungewöhnlich schnell für Russland – innerhalb von nur fünf Monaten – wurde auch zum Beispiel Anfang 2007 die Start- und Landebahn des örtlichen Flughafens modernisiert. Jetzt können auch große Jumbo-Jets dort aufsetzen. Bis Ende 2009 erhöht sich die Kapazität des Airports auf 1.300 Passagiere pro Stunde bei 14 Starts und Landungen.

Ein Drittel der rund 18 Milliarden Euro wird in die Infrastruktur fließen. Das Telekommunikationsnetz muss für über 400 Millionen Euro ausgebaut werden. Weiterhin benötigt Sotschi unter anderem 500 Kilometer neue Glasfaserkabel. Die Energieversorgung ist unzureichend, Straßen und Schienenwege können den Ansturm von Sportlern, Zuschauern und Journalisten längst nicht bewältigen, alles muss neu gebaut werden.

Ein sehr wichtiger Punkt sind aber auch Parkplatz und Zutrittssysteme. Bis jetzt gibt es dafür noch keine Ausschreibung, aber diese sollten bis spätestens November erfolgen. Man muss kein Riese sein, um mit seinem Produkt punkten zu können, auch in Sotschi finden KMUs ihre Möglichkeiten. Der Rubel rollt!

Besonders wichtig wird ebenfalls in der Region Krasnodar die Modernisierung und der Ausbau der Energieversorgung. Jährlich wächst der Stromverbrauch in der Region um fünf Prozent. Experten rechnen für die Zeit der Olympischen Spiele mit einem Bedarf von 800 MW im Großraum Sotschi. Außerdem müssen die komplette Wasserversorgung und das Kanalisationssystem der Region von Grund auf erneuert bzw. überhaupt erst errichtet werden. Dafür sind umgerechnet rund 270 Millionen Euro vorgesehen.

Der Gouverneur der Region Krasnodar, Alexander Tkatschew, hat bereits angekündigt, dass Russlands Wirtschaft die gewaltigen Bauvorhaben nicht allein bewältigen könne und daher auf ausländische Experten und Zulieferer angewiesen sei. Zur Koordinierung des Olympiaprojekts und der Entwicklung Sotschis bis 2014 wurde die so genannte „Vereinigte Direktion zur Entwicklung der Stadt Sotschi“ geschaffen. Dieses staatliche Unternehmen mit Sitz in Sotschi hat alle Vollmachten vom Wirtschaftsministerium übertragen bekommen und fungiert als Auftraggeber für die Bauprojekte.

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU