Xenia Stolbowa und Fedor Klimow sind Vizeweltmeister geworden. Foto: © RIA Novosti

Xenia Stolbowa und Fedor Klimow sind Vizeweltmeister geworden. Foto: © RIA Novosti

Moskau. Silberner Saisonabschluss für Xenia Stolbowa und Fedor Klimow: Das russische Eiskunstlaufpaar hat bei der WM im japanischen Saitama einen hervorragenden zweiten Platz belegt. Mit einer fehlerfreien „Nussknacker-Kür” krönten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Deutschland ihre zehnjährige Karriere und wurden Weltmeister. Bronze ging an die Kanadier Meagan Duhamel und Eric Radford. Bei den Damen liegt Julia Lipnitzkaja aus Russland nach der Kurzkür auf Platz drei.

In Saitama bei Tokio verwiesen mit insgesamt 224,88 Punkten die Deutschen die Olympia-Zweiten Xenia Stolbowa und Fedor Klimow (215,92) und die Kanadiern Meagan Duhamel und Eric Radford (210,84) auf die Plätze zwei und drei. Die Olympiasieger Tatjana Wolossoschar und Maxim Trankow aus Russland saßen nur im Publikum, ihr Weltrekord von 237,71 Zählern war nie in Gefahr.

 

Die Olympia-Dritten aus Deutschland entschieden nach dem Kurzprogramm auch die Kür für sich und verwiesen Xenia Stolbowa und Fedor Klimow, die nach dem ersten Wettkampfteil Dritte gewesen waren, um 8,96 Punkte auf Platz zwei. Bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi hatten Stolbowa und Klimow die Deutschen noch bezwungen. Zuvor hatte das russische Paar Gold im Teamwettkampf bei den Olympischen Spielen geholt.

Savchenko und Szolkowy zeigten eine nahezu fehlerfreie Kür. Einzig beim geplanten Doppelaxel drehten beide eine Umdrehung zu wenig. Was die gebürtige Ukrainerin nicht ärgerte: „Es ist schade um den Axel, das war nicht geplant. Das Eiskunstlaufpaar errang damit ihren fünften WM-Titel – nur die Russen Irina Rodnina und Alexander Saitzew waren mit sechs Titeln besser.

Eiskunstlauf: WM in Saitama/Japan – Paarlauf: Endstand

1. Savchenko/Szolkowy (GER) 224,88

2. Stolbowa/Klimow (RUS) 215,92

3. Duhamel/Radford (CAN) 210,84

13. Wende/Wende (GER) 159,42

Lipnitzkaja auf Platz drei nach der Kurzkür

Die russische Europameisterin Julia Lipnitzkaja liegt nach dem Kurzprogramm der Damen bei der Eiskunstlauf-WM auf dem dritten Platz. Erste Titelanwärterin ist vor der Kür-Entscheidung am Samstag (9.15 Uhr MEZ) die Lokalmatadorin Mao Asada, die 78,66 Zähler sammelte. Der Ex-Weltmeisterin am nächsten kamen die Olympiadritte Carolina Kostner aus Italien (77,24) sowie Julia Lipnitzkaja mit 74,54 Punkten.

Für den Höhepunkt bei den Damen sorgte Asada. Nach ihrer katastrophalen Kurzkür von Sotschi, als sie 16. wurde, lief die Japanerin leicht wie eine Feder über das Eis und durfte sich am Ende über unglaubliche 78,66 Punkte freuen – Weltrekord. Am Ende sorgte Julia Lipnitskaja für einen würdigen Schlusspunkt. Mit ihren starken Pirouetten bezauberte die Russin, reichte aber nicht ganz an die großen Zwei Asada und Kostner heran. 74,54 Punkte bedeuten den dritten Platz nach der Kurzkür.

Eiskunstlauf: WM in Saitama/Japan – Damen: Stand nach dem Kurzprogramm

1. Mao Asada (JPN) 78,66

2. Carolin Kostner (ITA) 77,24

3. Julia Lipnitzkaja (RUS) 74,54

11. Nathalie Weinzierl (GER) 60,82

Wettkampfsystem vor Änderung?

Zwei Jahre vor dem Ende seiner Präsidentschaft bei der Internationale Eislaufunion (ISU) will Ottavio Cinquanta mit einschneidenden Änderungen das Wettkampfsystem der Eiskunstläufer revolutionieren. In einem internen Rundschreiben schlägt der Italiener die Abschaffung der Kurzprogramme und eine weitere Vereinfachung des Wertungssystems vor.

„Es kann nicht so weitergehen wie in den vergangenen hundert Jahren”, sagte der 75-Jährige am Donnerstag bei den Weltmeisterschaften in Saitama. Cinquanta führt die ISU seit 20 Jahren, seine definitiv letzte Amtsperiode endet im Sommer 2016. Der nächste ISU-Kongress findet im Juni in Dublin statt.

Seit 1990 sind die Wettkampfabläufe schon mehrfach geändert worden. Seinerzeit wurde die Pflicht für Einzelläufer abgeschafft, seit 2010 werden auch keine Pflichttänze mehr absolviert. Zudem wurde als Reaktion auf den olympischen Paarlaufskandal 2002 in Salt Lake City zwei Jahre später das Wertungssystem grundlegend reformiert.

Cinquanta hatte sich ebenfalls für eine Streckenreform im Eisschnelllauf ausgesprochen. So sollen bei Olympia die 1000 m wegfallen sowie die beiden Langstrecken (5000 m Frauen und 10.000 m Männer). Dafür soll es Massenstart- und Staffelrennen geben. Dies hatte bei der Eisschnelllauf-Großmacht Niederlande für Empörung gesorgt.