Die XI. Winter-Paralympics in Sotschi wurden offiziell beendet. Foto: © RIA Novosti

Die XI. Winter-Paralympics in Sotschi wurden offiziell beendet. Foto: © RIA Novosti

Sotschi. Der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) Philip Craven hat die elften Winter-Paralympics 2014 in Sotschi nach neun Wettkampftagen offiziell für beendet erklärt.

Am Sonntag um 21.35 Uhr Ortszeit erklärte IPC-Präsident Philip Craven die Spiele offiziell für beendet. Craven lobte die Paralympics in Sotschi als „beste Paralympischen Spiele, die jemals stattgefunden” haben. Philip Craven sprach die offiziellen Worte und lud die paralympischen Athleten aus aller Welt zu den nächsten Winterspielen der Behindertensportler 2018 in Pyeongchang ein. Kurz darauf erlosch das paralympische Feuer vor dem Olympiastadion. Zuvor war die paralympische Flagge in einem symbolischen Akt an Pyeongchang übergeben worden.

 

Das IPC durfte sich an den XI. Paralympics in jeder Hinsicht erfreuen: Es wurden mehr Tickets als noch vier Jahren in Vancouver verkauft. Nie zuvor hatten an Paralympics mehr Athleten aus mehr Nationen teilgenommen.

Russlands Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew waren bei der Abschlusszeremonie mit bunten Feuerwerken, Lichtershow und aufwendigen Inszenierungen auf der Tribüne anwesend. Vize-Ministerpräsident Dmitri Kosak sagte in seiner Rede während der Abschlussveranstaltung: „Diese Spiele sind weit über den Sport hinausgegangen.”

Im Medaillenspiegel der Paralympics siegte die russische Mannschaft, mit 80 Medaillen davon 30 Gold-, 28 Silber- und 22 Bronzemedaillen – ein Rekord in der Geschichte der Paralympics.

Platz zwei nahm die deutsche Nationalmannschaft mit neun Gold-, vier Silber- und einer Bronzemedaille ein. Auf Platz drei landete Kanada, die sieben Gold-, drei Silber und sechs Bronzemedaillen gewannen.

Das Eis brechen

„Breaking the Ice”, hatten die Organisatoren die Eröffnungsfeier der Paralympics genannt. Das „Eis brechen” – ist in vollen Umfang gelungen. Dem russischen Gesundheitsministerium zufolge leben in Russland etwa 13 Millionen Menschen mit Behinderung, das sind rund neun Prozent der Bevölkerung. Das milliardenschwere Förderprogramm, das die russische Regierung 2011 aufgelegt hatte, soll jetzt nach den Wettkämpfen für diese Menschen mit einer Behinderung voll weiterlaufen. Damit wäre das Eis wirklich gebrochen.

Täglich viele Stunden Paralympics im russischen Fernsehen und zahlreiche artikel in den Zeitungen: Noch nie standen Behinderte in Russland so positiv im Rampenlicht. „Unsere Sportler sind unterschätzte Helden”, schrieb die Sportzeitung „Sport Express”. Bestaunt wurde auch die hochmoderne Technik, mit der sich die Athleten fortbewegen. „Das sind längst keine Prothesen mehr”, schrieb die Zeitung „Kommersant”.

Die Sowjetführung in Moskau hatte sich noch geweigert, Paralympics auszutragen, weil es in Russland keine Behinderten gebe. „Die Fortschritte sind unübersehbar”, lobt die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Allerdings sei es direkt nach den Paralympics viel zu früh, schon von einem Stimmungswandel zu sprechen.