Moskau. Anders als der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck will der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière die Olympischen Winterspiele in Sotschi besuchen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bisher eine Reise zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi nicht ausgeschlossen. Konkrete Pläne für eine Reise nach Sotschi gebe es aber nicht, sagte Merkel in der ARD.

Nach Bundespräsident Joachim Gauck und dem französischen Staatspräsidenten Francois Hollande verzichtet auch der US-Präsident Barack Obama auf eine Reise zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi. Dafür kommen über 40 andere Regierungs- und Staatschefs zu den XXII. Olympischen Winterspielen.

 

Hollande seine Amtsvorgänger Nicolas Sarkozy und Jacques Chirac hatten die Winterspiele zu ihrer Zeit auch nicht besucht. Frankreich schickt aber seine Sportministerin Valerie Fourneyron nach Sotschi. Obamas Absage ist für niemanden eine größere Überraschung – nichts anderes wurde auch von ihm erwartet.

Der ins Bundesinnenministerium zurückgekehrte Thomas de Maizière wird zu den am 7. Februar beginnenden Olympischen Spielen reisen. In gleicher Funktion war er 2010 bei den Winterspielen im kanadischen Vancouver. Als Innenminister ist de Maizière für den Sport zuständig. Außerdem sind zahlreiche Athleten bei der Bundespolizei beschäftigt. De Maizière ist ihr oberster Dienstherr.

Ob die neue Bundesverteidigungsminister Ursula von der Leyen nach Sotschi fahren wird, steht noch nicht genau fest. Franz Josef Jung war 2008 in Peking, Karl-Theodor zu Guttenberg in Vancouver, de Maizière in seiner damaligen Funktion vor zwei Jahren in London. Ein großer Anteil der deutschen Olympia-Mannschaft ist bei der Bundeswehr beschäftigt. Die Pläne des neuen Außenministers Frank-Walter Steinmeier sind ebenfalls noch nicht bekannt.

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in der ARD-Sendung „Farbe bekennen”, zu ihren Sotschi-Plänen: „Konkrete Pläne für eine Reise nach Sotschi gebe es im Moment nicht“.

Merkel sagte in der Sendung, dass Gauck sie nicht vorab in seine Absage eingeweiht habe: „Ich persönlich war nicht informiert.” Die Kanzlerin fügte aber hinzu: „Das ist auch kein Problem.” Sie habe am Dienstag „lange mit dem Bundespräsidenten darüber gesprochen” und arbeite im Übrigen „hervorragend” mit ihm zusammen.