Sotschi-Politik

ZDF-Chefredakteur redet von „Putins Spiele“?

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Gestern wurde gemeldet, dass die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland 240 Stunden im klassischen Fernsehen und ein rund 500 Stunden umfassendes Online-Angebot von den Olympischen Winterspielen in Sotschi anbieten werden. Na großes Kino – da kann man ja nur hoffen, dass es nicht ein ähnlich peinlicher Auftritt wie die ZDF Auslandsjournal-Sendung „Putins Spiele“ vom 20. November wird. Wie objektiv sind deutsche Medien?

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hatte gestern bereits in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa den Titel „Putins Spiele“ übernommen. Ob dieses ein Hinweis darauf sein soll, dass die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen von Olympia genau so peinlich wie die Auslandsjournal-Sendung „Putins Spiele“ vom 20. November werden soll, bleibt abzuwarten.

Traurig ist, dass teilweise mit unwahren, weit unter die Gürtellinie gehenden und schlecht recherchierten Reportagen versucht wird, von westlichen Medien ein unwahres und nicht der Realität entsprechendes „Russland-Bild“ in die Welt zu transportieren. So auch in dieser oben angeführten Auslandsjournal-Sendung. Diese Reportage zeugte von so viel „Fachkompetenz“, dass sogar von der Fußball-EUROPAMEISTERSCHAFT 2018 in Russland die Rede war. Nur zur Information: 2018 wird eine Fußball-WELTMEISTERSCHAFTS-Endrunde in Russland ausgetragen!

Mit einem „Versprecher“ kann so eine Inkompetenz nicht begründet werden. Genau so wenig, wenn nicht auf wahre, richtigstellende und eindeutige Aussagen des Präsidenten des Organisationskomitees „Sotschi 2014“ Dmitri Tschernyschenko eingegangen wird, so ebenfalls in der angesprochenen Auslandsjournal-Sendung geschehen.

Da nützt es dann auch nichts, wenn direkt aus der Olympiastadt berichtet wird und fast nur Olympiagegner (die gibt es in jedem Land, siehe die Münchener Volksabstimmung) und Minderheiten zu Wort kommen.

 

Sind die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland wirklich „staatsfern“?

Auch die politische Situation in Russland werde „intensiv beleuchtet”, sagte ZDF-Chefredakteur Peter Frey in dem gestrigen Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Das wäre ja sehr zu begrüßen, wenn die reale politische Situation in Russland auch wahrheitsgemäß dargestellt werden würde. Ich habe aber sehr starke Zweifel daran. Warum?

Die deutsche Regierung ist ja auch der Meinung sich mit mehreren Affronts gegen Russland auszeichnen zu können. Bundeskanzlerin Merkel und der noch amtierende Außenminister Westerwelle sagen den anti-russischen Demonstranten in Kiew ihre Unterstützung zu und Bundespräsident Gauck boykottiert die Olympischen Spiele in Sotschi. Deutschland schlägt damit einen sehr eigenartigen Kurs (vorsichtig ausgedrückt) gegen Russland ein. Im Koalitions-Vertrag ist von einem offenem Dialog und einer „breiteren Zusammenarbeit“ mit Russland die Rede. Beißt sich da der Hund nicht in den Schwanz? Ganz sicher!

Wegen diesem Hintergrund tut sich nun die Frage auf: Wie „staatsfern“ sind die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland? In einem Urteil von bereits 1960 hatte das Bundesverfassungsgericht als grundlegendes Prinzip festgelegt, dass alle Öffentlich-Rechtlichen „staatsfern“ zu sein haben!

Und genau dieses Verfassungsgericht prüft nun seit Anfang November dieses Jahres wie weit Politklüngel und Parteiengeschacher zum ZDF gehören. Es wird in Karlsruhe die Frage verhandelt, ob die Besetzung der ZDF-Gremien verfassungskonform ist. Ja – O.k., das ZDF hatte sich selbst angezeigt, aber warum wohl? Um Schlimmeres zu verhindern!

Nachdem der damalige hessische Ministerpräsident Roland Koch, von der CDU, im Februar 2009 mit deutlicher politischer Absicht die Vertragsverlängerung für den ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender verhindert hatte, kam schnell die eigenartige Verfassung des ZDF auf die politische Tagesordnung. Mit der jetzigen Klage unterzieht sich also das ZDF de facto einer Selbstprüfung, bevor es andere tun.

Im 14-köpfigen Verwaltungsrat des ZDF sitzen fünf amtierende oder ehemalige Ministerpräsidenten und mit dabei ist immer auch ein Mitglied der Bundesregierung.

Jetzt sollte doch auch dem letzten Zweifler klar sein, wie objektiv die Berichtserstattung der Öffentlich-Rechtlichen von den Olympischen Spielen in Sotschi sein wird.

 

Hat die Bevölkerung wirklich Interesse an einer Berichterstattung, die nicht auch alle positiven Aspekte zeigt?

ZDF-Chefredakteur Peter Frey sagte: „Wir beleuchten intensiv die politische Situation. Wir haben über Pussy Riot berichtet, über Menschenrechtsverletzungen und Oppositionspolitiker – das spielt bei uns eine große Rolle. Wir haben uns für die Olympischen Spiele vorgenommen, dass wir als Rechteinhaber ein Ereignis schaffen, an dem die Zuschauer Freude haben. Aber journalistisch werden wir uns auch kritisch damit auseinandersetzen, und das beginnt mit dem Ort der Spiele, mit den Bausünden, der Vertreibung der Bevölkerung, den ökologischen Problemen. Das war schon Thema in unserem Programm, und das werden wir vertiefen.“

Tcha Herr Frey: Vertiefen müssen? Mit der großen politischen Aufsicht im Verwaltungsrat des ZDF?

Herr Frey, wer heute in Westeuropa und auch in Deutschland eine Zeitung aufschlägt, oder sein Fernsehen anschaltet, ist doch davon überzeugt, eine objektive Berichterstattung zu erhalten, die Gegebenheiten so wiedergibt, wie sie sich tatsächlich verhalten. Die Wahrheit sieht aber leider so aus: Klischees und Stereotype nehmen einen großen Teil der westlichen Russland-Berichterstattung ein. Dazu gehören auch die westlichen Berichte, Artikel und Kommentare über die Olympischen Winterspiele in Sotschi.

Wie will das ZDF den Menschen seine Berichtserstattung erklären, die vor Ort in Sotschi als Olympia-Besucher sind und mit eigenen Augen sehen, wie weit diese, Ihre, Berichtserstattung von der Realität entfernt ist?

Ich bin mal sehr gespannt, wie weit der Aufsichtsrat vom ZDF auch dieses Mal die Berichte von den Olympischen Spielen beeinflussen wird? Oder ist es geplant Herr Frey, dass davon berichtet wird, dass:

  • Erneuerbare Energien, unabhängige Straßenbeleuchtung und viele weitere umweltfreundliche Technologien beim Bau der olympischen Anlagen in Sotschi eingesetzt wurden? Wovon deutsche Städte nur träumen können.
  • Dass neue geschützte und natürliche ökologisch Gebiete geschaffen wurden, dass ein 200 ha großer ornithologischer Park errichtet wurde, und dass ein Umpflanzen der Flora und Fauna, weit weg von Baustellen, stattgefunden hat um die Schäden an der Natur zu verringern?
  • Dass neue Kanalisations- und Wasserleitungssysteme gebaut wurden?
  • Ein neues Wasserversorgungsnetz, mit einer Länge von 74 Kilometern komplett neu errichtet wurde?
  • Dass beim Bau von neuen Gebäuden und Sportanlagen neue „Grüne Standards“ eingeführt wurden?

Es wurden auch ausschließlich nur ökologisch nachhaltige Baumaterialien verwendet. Bei der großen Eisarena zum Beispiel zeigt sich die Anwendung „Grüner Standards” ganz deutlich in der Gestaltung der Glasfassade der Kuppel. Es wurde Spezial-Mehrschichtglas verwendet, das im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze isoliert. Das ablaufende Regenwasser wird aufgefangen, gefiltert und für die Reinigung der Eisarena und die Bewässerung von Blumenbeeten genutzt. Dieses sieht und erkennt jeder Besucher, man muss nur einmal vor Ort gewesen sein, Herr Frey und dieses auch dem Zuschauer nahe bringen!

  •  Dass Sotschi heute die barrierefreiste Stadt auf dem Erdball ist?

Diese Aufzählung von positiven Errungenschaften des Organisationskomitees „Sotschi 2014“, der russischen Regierung und der gesamten russischen Bevölkerung (es sei nur an die viele Tausend Freiwilligen erinnert) könnte hier noch lange fortgesetzt werden. Ich denke aber mal, dafür reicht nicht die Sendezeit der Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland, um alles dieses wahrheitsgemäß zu senden. Oder wollen sie es gar nicht?

 

„Vertreibung der Bevölkerung“?

Ach ja Herr Frey, dann gibt es ja noch die „Vertreibung der Bevölkerung“. Entschuldigen sie bitte, dass ich jetzt nicht laut lache – ganz ehrlich! Leider ist es zu traurig, was Sie äußern, sonst würde ich auch lachen.

Bisher haben bereits viele hundert Eigentümer von Immobilien (fast alle!) in Sotschi eine finanzielle Entschädigung erhalten. Der Bau neuer Wohnungen und Häuser für diese Immobilienbesitzer wurde vollständig realisiert. Viele dieser Umsiedler können ihr Glück über die modernen neuen Wohnungen und Häuser bis heute kaum verstehen – bisher lebten sie in alten russischen Häusern, jetzt besitzen sie moderne neue Wohnungen und Häuser.

Ebenfalls wurden in den neu entstandenen Siedlungsgebieten komplett neue Krankenhäuser, Schulen, Kindergärten, Einkaufscentren, Freizeitparks, Restaurants, Cafés und Postämter errichtet. Berichtet das ZDF darüber auch? Und auch wie die alte Frau mit Tränen in den Augen, vor Freude über ihr neues Heim, in der Küche sitzt und Gott für ihr neues Zuhause dankt? Oder kommen nur wieder Minderheiten zu Wort und nicht die Mehrheit der Bevölkerung?

 

„Spannungsfeld“? „Putin Spiele“?

Her Frey sagte in dem Interview auch: „Wir werden die Spiele nicht boykottieren, sondern über die sportliche Seite angemessen berichten. Wir wollen keine Spielverderber sein. Aber wir befinden uns in einem Spannungsfeld. Es ist klar, dass es Putins Spiele sind.“

Entschuldigung Herr Frey, dieses angebliche „Spannungsfeld“ bauen Sie selber künstlich auf! Bei den Menschen, die sich in Deutschland und Russland ernsthaft arrangieren, egal in welcher Art und in welchem Genre, gibt es fast keine „Spannungsfelder“ – Punkt!

Und da hätte ich mal eine Frage: War die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland eine „Merkel-WM“? Glaube nicht. Und genau so wenig sind dieses „Putin Spiele“!

Olympische Spiele sind nicht nur der Kampf um Medaillen, oder sich politisch medial bestimmen zu wollen! Es sind Treffen, bei denen die Freuden ein Fest feiern können. Wenn die Medien auch den Wert der Freude in den Mittelpunkt rücken würden, dann würde auch das rechte Maß gefunden werden, um finanzielle Disziplin zu wahren und auch sonst verantwortlich zu handeln.

Die Freude am Leben ist eines der höchsten Güter, die wir besitzen. Olympische Spiele können dazu beitragen, Lebensfreude zu nähren. Wenn Medien in Deutschland dieses auch endlich einmal so sehen würden, dann würde man auch Mittel und Wege finden um das Wesentliche wieder zu erkennen – die Freude am sportlichen Wettstreit und das friedliche Zusammensein der Jugend dieser Welt entsprechend zu würdigen.

 

Einer muss das Zepter in der Hand haben

Der größte Teil der russischen Bevölkerung ist einem so starken Staatschef sehr dankbar, dass er solche sportlichen Großereignisse nach Russland holt und damit die Infrastruktur im flächenmäßig größten Land unseres Planeten entscheidend verbessert wird.

Russland kann sich sehr stolz schätzen, dass das Land einen Präsidenten hat, der intensiv hinterher ist, dass die gesamte neugebaute Infrastruktur in Sotschi und in der gesamten Region Krasnodar pünktlich fertig wird und neue Maßstäbe in der Welt setzt.

Das Projekt „Sotschi 2014“ ist eben nicht der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, wo jetzt schon sieben Jahre dran gewerkelt wird (bauen kann man dieses ja nicht nennen!). In dieser Zeit hätte Russland wahrscheinlich drei neue Flughäfen gebaut.

Waren und sind an dieser „Steuerverschleuderungsmaschine“ auch BER genannt, nicht auch deutsche Politiker entscheidend im Aufsichtsrat beteiligt? Tcha, es gibt eben auch Unterschiede in den Fähigkeiten von Politikern in Russland und Deutschland. Da kann doch jeder Wladimir Putin nur dankbar sein, dass es nicht so ein Fiasko in Sotschi gibt, wie beim Flughafen Berlin Brandenburg. Von der Elbphilharmonie in Hamburg oder von Stuttgart-21 wollen wir besser hier gar nicht reden. Warum nicht darüber berichten, Herr Frey?

 

„Pussy Riot”

Und was das Punk-Gebet von „Pussy Riot” in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale anbetrifft, welches Sie Herr Frey ja so stolz mit anführen: Es war nicht nur eine Geschmacklosigkeit, es war vielmehr ein Gesetzesverstoß und ein Beweis für einen immer stärker anwachsenden Werteverlust in einzelnen Schichten der Gesellschaft. Der Auftritt war eine peinliche und selbstverliebte Provokation.

Das ZDF berichtete: „Das Urteil zeige, dass Staat und Kirche in Russland endgültig miteinander verflochten seien“, und verteidigte die Meinungsfreiheit der verurteilten „Pussy Riot” – Mitglieder. Was haben die Schreie „Göttlicher Dreck, Dreck, Dreck” in einer Kathedrale mit dem Recht auf Meinungsfreiheit zu tun? Von welcher Verflechtung wird berichtet?

Herr Frey: Die drei dubiosen Punk-Damen von „Pussy Riot” taugen nicht zu Märtyrerinnen. Der Free-Pussy-Protest im Westen zeugte nur von einer unerträglichen Doppelmoral und war politisch gesteuert.

Warum Doppelmoral? Was würden die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland berichten, wenn in Berlin Gesellschaftsgegner vor dem Holocaust-Mahnmal antijüdische Gesänge abhalten würden und sich dabei auch noch vermummen würden? Der Aufschrei wäre riesig. In Russland soll ähnliches aber ungestraft geschehen dürfen? Es geht um die Würde der Religionen und um die Anerkennung gesellschaftlicher Normen und nicht um politische Vorlieben.

 

Anti-Homosexuellen-Gesetz

Hatten Sie eigentlich in Ihrem Statement das Anti-Homosexuellen-Gesetz vergessen, Herr Frei? Dann gehe ich mal gleich auch noch darauf ein. Das Anti-Homosexuellen-Gesetz, welches im Juni dieses Jahres zum Verbot von „Homosexueller-Propaganda” in Russland verabschiedet wurde.

Das Gesetz stellt positive Äußerungen vor Minderjährigen über Homo-, Bi- oder Transsexualität unter Strafe. Ich denke mal, dass die wenigsten Sportler, Trainer, Betreuer, Fans usw. minderjährig sind. Und dieses Gesetz beugt auch den Werteverlust in einer Gesellschaft, wie von „Pussy Riot” praktiziert, vor!

 

Als letztes stirbt die Hoffnung

 

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland endlich mal wieder an das Urteil des Verfassungsgerichts von 1960 erinnern, sich aus einer gewissen Abhängigkeit befreien und eine objektive Berichterstattung abliefern, die Gegebenheiten so wiedergibt, wie sie sich tatsächlich verhalten.

Entschuldigung, aber ich habe meine starken Zweifel daran, weil ich nicht daran glaube, dass die Erde eine Scheibe ist, aber die Verflechtung von Politik und Medien kenne.

In diesem Sinne: Citius, altius, fortius (Schneller, Höher, Stärker) und auf ein Wiedersehen in Sotschi, Herr Frey.

Schauen Sie auch unbedingt zu diesem Thema „Olympia“ dieses dazugehörige Video von uns, von russland.TV – sie finden hier auf YouTube weitere interessante Videos von uns.

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