Moskau. Im schwedischen Östersund wird am Sonntag der Biathlon-Weltcup 2013/14 mit der Mixed Staffel eröffnet. Die Ausgangssituation im russischen Biathlon birgt einigen Zündstoff in sich. Für alle russischen Biathlon-Fans hat dieser Weltcup-Winter eine besonders große Bedeutung.

In der vergangenen Saison ging der Weltcup in der Disziplin Mixed Staffel an Norwegen vor Russland und Tschechien. In Östersund hat im Vorjahr Russland den Saisonauftakt in der Mixed Staffel mit sechs Nachladern gewonnen. Norwegen benötigte zehn und wurde mit 21,2 Sekunden Rückstand Zweiter vor Tschechien mit acht Nachladern und 36,4 Sekunden Rückstand. Am Sonntag möchte das russische Team diesen Vorjahrserfolg wiederholen und sich einen idealen Start in die Olympische-Saison schaffen.

Für den russischen Biathlon-Verband (RBU) hat dieser Weltcup-Winter eine große Bedeutung. Olympische Winterspiele stehen in Sotschi an, dieses bedeutet auch: Die russischen Fans erwarten Medaillen und nach Möglichkeit auch Olympiasiege.

Russland war schon immer eine Weltniveau bestimmende Biathlon-Großmacht, doch konnte dieses in den vergangenen Jahren speziell bei Großveranstaltungen nicht unter Beweis gestellt werden.

Der deutsche Wolfgang Pichler wurde im Frühjahr 2013 vom Cheftrainer der Frauen zum Mitglied des Trainerstabs bestimmt, Alexander Selifonow folgte ihm als neuer Cheftrainer. Von Selifonow erhofft sich der RBU, nach einer medaillenlosen Weltmeisterschaft bei den Frauen, neue Impulse.

Selifonow hatte die russischen Damen bereits zwischen 2007 und 2010 trainiert. Außerdem gehören Pawel Rostowzew und Sergej Jefimow zum neuen Trainerstab. Nikolaj Lopuchow blieb Cheftrainer des Männerteams.

Pichler hatte in den beiden letzten Saisons die russischen Damen trainiert. Bei der WM im tschechischen Nove Mesto gingen „seine“ Damen leer aus. Auch mit den Trainingsmethoden Pichlers waren die Verantwortlichen unzufrieden, sie sahen die Vorbereitung auf Sotschi gefährdet. Pichler arbeitet als erster ausländischer Cheftrainer für die RBU und war zuvor lange für die Biathleten aus Schweden verantwortlich gewesen.

Wolfgang Pichler trainierte den Sommer über die russischen Top fünf, Selifonow die restlichen russischen Biathlon-Athletinnen. Welche Athletin am Ende die Medaillen holt, wird demnach ein Duell zwischen zwei Trainern mitentscheiden.