Helsinki/Moskau. Olga Golowkina ist neue Europameisterin über 5.000 Meter. Sie gewann die zweite der insgesamt 42 Entscheidungen, die bis Sonntag bei der Leichtathletik-Europameisterschaft in Helsinki ausgetragen werden. Damit hat das russische Team am zweiten Tag seine erste Goldmedaille gewonnen. Weitere Medaillen für Russland gewannen Waleri Jordan im Speerwurf, Ilja Schurenjow im Zehnkampf und Irina Gordejewa im Hochsprung. Beim der Stabhochsprungs-Qualifikation der Damen gab es eine richtige Lachnummer.

In 15:11,70 Minuten siegte Golowkina, Silber gab es in 15:12,03 für die Ukrainerin Ludmila Kowalenko und Bronze in 15:12,05 für die Portugiesin Sara Moreira. Golowkina sicherte sich den Sieg mit einem fulminanten Schlußspurt – 300 Meter vor dem Ziel lag sie nur an vierter Position.

Mit einem ganz starken zweiten Tag hat sich Ilja Schurenjow die Bronzemedaille im Zehnkampf gesichert. Nach dem ersten Tag lag er mit 4.110 Punkten nur auf Platz acht. Die Goldmedaille ging mit international beachtlichen 8.558 Punkten an Pascal Behrenbruch aus Deutschland.

Ganz überraschend gewann Waleri Jordan mit guten 83,23 Metern die Silbermedaille im Speerwurf. Er erzielte diese Weite gleich in seinem ersten Versuch und schockte damit die Konkurrenz. Im Hochsprung gewann Irina Gordejewa mit mäßigen 1,92 Metern die Bronzemedaille.

Über 400 Meter Hürden ist Irina Dawidowa aus Russland in 54,68 Sekunden als Vorlaufschnellste ins Finale am Freitag eingezogen.

Bei dieser EM blieben viele Spitzenleichtathleten lieber zu Hause. Russland ließ viele seiner Stars der vergangenen Saison im Training in der Heimat und auch Olympiagastgeber Großbritannien spart seine Kräfte. Russlands Olympiahoffnung, Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa, ließ auf ihrem Weg zum dritten Olympiagold in London diese EM auch aus. Die Stabhochsprung-Queen wird erst am 10. Juli im französischen Sotteville oder sogar erst am 20. Juli beim Diamond League-Meeting in Monte Carlo erstmals im olympischen Sommer starten.

Lachnummer beim Stabhochsprung

Einige Stabhochspringerinnen mussten bei der EM-Qualifikation in Helsinki eine nervige Geduldsprobe bestehen, unter ihnen auch die beiden russischen Stabhochspringerinnen Aleksandra Kirjaschowa und Anastasija Sawschenko. Dabei kam es zu unterhaltsamen Szenen an der Stabhochsprung-Matte: Elf Teilnehmerinnen hatten 4,40 Meter übersprungen und den Einzug in die nächste Runde bereits sicher. Da die Tschechin Jirina Ptacnikova , Monika Pyrek (Polen) und Stella-Iroe Ledaki (Griechenland), die Höhe ausgelassen hatten – das Teilnehmerfeld aber auf zwölf Finalistinnen schrumpfen musste – sollte weiter gesprungen werden.

Die Springerinnen wollten aber nicht weiter springen, auch da die Wetterbedingungen -gelinde ausgedrückt- nicht die Besten waren. Unter dem Beifall und den Lachern der Zuschauer machten die Stabhochspringerinnen ihre Versuche anschließend ungültig. Im Schritt-Tempo ging zum Beispiel Silke Spiegelburg aus Deutschland über die Anlaufbahn und wurde bejubelt als sie ihren Stab auf die Matte fallen ließ. „Wir wussten, dass wir weiter sind. Damit hat es keinen Sinn mehr gemacht, weiterzumachen”, erklärte die Deutsche Meisterin.

Mit dem Sprung über 4,45 Meter beendete Jirina Ptacnikova die Comedy-Nummer und reduzierte das Final-Feld auf zwölf Teilnehmerinnen. Später beschloss die Jury, dass auch die beiden anderen Athletinnen ins Finale gekommen sind – Lachnummer von allen Seiten.

Die Ergebnisse vom 2. Tag

5.000 Meter, Frauen

1. Olga Golowkina (RUS) 15:11,70

2. Ludmila Kowalenko (UKR) 15:12,03

3. Sara Moreira (POR) 15:12,05

4. Julia Bleasdale (GBR) 15:12,77

5. Roxana Barca (ROU) 15:13,40

6. Nadia Ejjafini (ITA) 15:16,54

7. Swetlana Kirejewa (RUS) 15:19,55

8. Almensh Belete (BEL) 15:22,15

9. Elena Romagnolo (ITA) 15:24,38

10. Judith Pla (ESP) 15:27,62

WR: Tirunesh Dibaba (ETH) 14:11,15

ER: Lilija Schubokowa (RUS) 14:23,75

Speerwurf, Männer

1. Vitezslav Vesely (CZE) 83,72

2. Waleri Jordan (RUS) 83,23

3. Ari Mannio (FIN) 82,63

4. Andreas Thorkildsen (NOR) 81,55

5. Alexander Pjatnizja (UKR) 81,41

6. Igor Janik (POL) 81,21

7. Kim Amb (SWE) 79,03

8. Gabriel Wallin (SWE) 77,18

9. Tino Häber (GER) 76,11

10. Risto Mätas (EST) 75,85

WR: Jan Zeleszny (CZE) 98,48

Zehnkampf

 

1. Pascal Behrenbruch (GER) 8558

10,93/7,15/16,89/1,97/48,54/

14,16/48,24/5,00/67,45/4:34,02

2. Alexej Kasjanow (UKR) 8321

10,57/7,49/14,38/1,97/48,07/

14,23/47,75/4,80/52,37/4:32,66

3. Ilja Schurenjow (RUS) 8219

10,98/7,32/13,16/2,03/49,92/

14,24/44,82/5,20/56,70/4:30,41

4. Mihail Dudas (SRB) 8154

10,81/7,36/13,64/1,97/48,02/

14,78/43,55/4,80/59,98/4:27,54

5. Gael Querin (FRA) 8098

11,17/7,65/13,05/1,97/48,20/

14,38/40,32/5,00/53,60/4:17,29

6. Roman Sebrle (CZE) 8052

11,19/7,43/14,65/2,00/49,87/

14,45/44,05/4,90/61,78/4:50,74

7. Norman Müller (GER) 8003

11,08/7,24/14,88/1,91/48,74/

14,83/41,12/4,80/55,41/4:28,47

8. Adam Helcelet (CZE) 7998

10,96/7,30/13,99/2,00/49,98/

14,24/39,12/4,80/61,66/4:42,55

9. Mikalai Schubianok (BLR) 7948

11,34/7,08/15,37/2,00/50,27/

14,57/43,80/4,70/58,51/4:31,56

Hochsprung, Frauen

 

1. Ruth Beitia (ESP) 1,97

2. Tonje Angelsen (NOR) 1,97

3. Irina Gordejewa (RUS) 1,92

Emma Green Tregaro (SWE) 1,92

Olena Holoscha (UKR) 1,92

6. Burcu Ayhan (TUR) 1,92

Melanie Melfort (FRA) 1,92

8. Mirela Demireva (BUL) 1,92

9. Airine Palsyte (LTU) 1,89

10. Ebba Jungmark (SWE) 1,85

Ariane Friedrich aus Deutschland konnte wegen einer Magenverstimmung nicht antreten.

WR: Stefka Kostadinowa (BUL) 2,09

100 Meter, Frauen

1. Ivet Lalova (BUL) 11,28

2. Olesia Powch (UKR) 11,32

3. Lina Grincikaite (LTU) 11,32

4. Ezienne Okparaebo (NOR) 11,39

5. Olga Belkina (RUS) 11,42

6. Verena Sailer (GER) 11,42

7. Anne Cibis (GER) 11,54

8. Tatjana Pinto (GER) 11,62

WR: F.Griffith-Joyner (USA) 10,49

ER: Christine Arron (FRA) 10,73

Weitsprung, Frauen

1. Eloyse Lesueur (FRA) 6,81

2. Volha Sudarava (BLR) 6,74

3. Margrethe Renström (NOR) 6,67

4. Sosth.Taroum Moguenara (GER) 6,66

5. Karen Melis Mey (TUR) 6,63

6. Ineta Radevica (LAT) 6,55

7. Irene Pusterla (SUI) 6,53

8. Melanie Bauschke (GER) 6,50

9. Svetlana Denjajewa (RUS) 6,40

10. Jana Veldakova (SVK) 6,31

WR: Galina Tschistjakowa (UdSSR) 7,52

ER: Galina Tschistjakowa (UdSSR) 7,52

100 Meter, Männer

 

1. Christophe Lemaitre (FRA) 10,09

2. Jimmy Vicaut (FRA) 10,12

3. Jaysuma Saidy Ndure (NOR) 10,17

4. Harry Aikines-Aryeetey (GBR) 10,31

5. Sergej Smelik (UKR) 10,34

Ausgeschieden im Finale: Rytis Sakalauskas (LTU), Ronalds Arajs (LAT)

Simone Collio (ITA) wurde im Finale wegen eines Fehlstarts disqualifiziert.

WR: Usain Bolt (JAM) 9,58

ER: Francis Obikwelu (POR) 9,86

Medaillenspiegel

Hochsprung, Frauen wurden 3 Bronzemedaillen vergeben

Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt
1. Frankreich 2 1 0 3
2. Russland 1 1 2 4
3. Deutschland 1 1 0 2
4. Bulgarien 1 0 0 1
Großbritannien 1 0 0 1
Spanien 1 0 0 1
Tschechien 1 0 0 1
8. Ukraine 0 3 1 4
9. Norwegen 0 1 2 3
10. Weißrussland 0 1 0 1
11. Finnland 0 0 1 1
Litauen 0 0 1 1
Portugal 0 0 1 1
Schweden 0 0 1 1
Türkei 0 0 1 1