Do
02
Feb
2012
Deutsche Unternehmen sehr aktiv in Sotschi
Auch am neuen Bahnhof in Adler sind zahlreiche deutsche Firmen aktiv beteiligt.
Sotschi. Viel wurde bereits berichtet über die Aktivitäten von ausländischen Firmen auf der größten europäischen Baustelle in
Sotschi. Auch deutsche Unternehmen sind jetzt zahlreich in Sotschi vertreten. Die Projekte an denen deutsche Unternehmen aktiv
mitwirken sind nicht die Masse, aber in der Summe repräsentieren sie eindrucksvoll die Stärke der deutschen Wirtschaft. Russland wird in zwei Jahren die teuersten Olympischen Spiele der
Geschichte in Sotschi auszurichten.
In die Olympia-Stadt von 2014, wo rund 24 Milliarden Euro für die Winterolympiade verbaut werden, liefern viele Hunderte deutsche Unternehmen ihre Produkte: Fensterbauer Schüco liefert Spezialglas, Bosch die Sicherheitstechnik für den neuen Flughafen. Herrenknecht, ein Baukonzern aus dem Schwarzwald, bohrt mehrere der 50 Tunnel, die für die neue Bahnstrecke und für eine neuzubauende Schnellstraße durch den Kaukasus gebohrt werden. Diese neue Bahnstrecke wird später Siemens mit nagelneuen Regionalbahnen bestücken. Auch Bauzulieferer wie Knauf oder Heidelberg-Zement machen auf Europas größter Baustelle gute Geschäfte.
Ungewollt greift auch der russische Regierung den Deutschen unter die Arme: In Sotschi gilt wie bei anderen staatlichen Projekten in Russland die Prämisse, dass russische Unternehmen im Zweifel die Zuschläge erhalten. Ausländer kommen dann zum Zuge, wenn die russischen Wettbewerber nichts anzubieten haben - was allzu oft der Fall ist. In der Folge gehen die Aufträge an deutsche Zulieferer, die so spezialisiert sind, dass sie Konkurrenten aus China oder anderen GUS-Ländern ausstechen.
Dabei machte auch die weltweite Wirtschaftskrise keinen Bogen um die Baustellen in Sotschi. Vor zwei Jahren standen in Krasnaja Poljana zahllose Kräne still, dieses auf Baustellen für neue Hotels, für die verschiedensten Sportstätten und für die neue Eisenbahntrasse. Wegen der Krise mussten Staat und private Investoren die Bauarbeiten auf unbestimmte Zeit einstellen.
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Jetzt ist die Finanzkrise in Russland weitestgehend gemeistert. Seit die Öl- und Gasmilliarden wieder in den russischen Haushalt fließen, spielt Geld bei „Sotschi 2014“ keine Rolle: 950 Milliarden Rubel (24 Milliarden Euro) will die russische Regierung für die Winterspiele 2014 in Sotschi verbauen. Schon jetzt steht fest, dass dies die teuersten olympischen Winterspiele aller Zeiten werden – zehnmal teurer als die Spiele im kanadischen Vancouver.
Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind für Russland ein Prestigeprojekt – ganz nach dem Geschmack von Ministerpräsident Wladimir Putin. Deshalb ist auch nicht nur der Staat Auftraggeber, auch private Unternehmen hat die russische Regierung in die Pflicht genommen: Oligarch Oleg Deripaska wurde noch vor der Krise verpflichtet, Flughafen und Seehafen neu zu bauen. Norilsk Nickel-Chef Wladimir Potanin baut für gut eine Milliarde Euro das Skigebiet „Rosa Schutor“ inklusive der Hotels dort.
Quelle: Handelsblatt Online
sotschi-2014.RU

