Sa
07
Jan
2012
Sportdirektor der Olympischen Winterspiele 2014 schmeißt hin
Werner Augsburger hat überraschend seinen Rücktritt als Sportdirektor der Olympischen Winterspiele bekanntgegeben.
Sotschi. Der Schweizer Werner Augsburger hat seine Arbeit als Sportdirektor der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi nach nur vier Monaten beendet. Der 53-jährige Augsburger verlängerte seinen Vertrag mit ablauf der Probezeit aus persönlichen und familiären Gründen nicht mehr.
Als Sportdirektor war Augsburger für die Planung des Geschehens in den Sportstätten und für die Wettkampfabläufe verantwortlich. Da er in dieser Tätigkeit fast ausschliesslich nur mit russischen Staatsbürgern zu tun hatte erwiesen sich die Sprachbarrieren für Augsburger zu hoch. „Mit guten Russisch-Kenntnissen hätte ich mich sicherlich oft differenzierter einbringen können“, sagte Augsburger gegenüber der Sportnachrichtenagentur SI selbstkritisch.
Für Augsburger war auch die Distanz zu seiner Familie ein weiterer Grund seine Tätigkeit in Russland zu beenden. Er war die meiste Zeit in Moskau, wo der grössere Teil des Olympischen Komitees seinen Sitz hat. Als er seinen Vertrag als Sportdirektor der Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi unterschrieben hatte, hätten ihm aber diese Probleme bereits bekannt sein müssen und er eine Lösung dafür parat haben müssen.
„Ich bereue es nicht, mich auf das Experiment eingelassen zu haben“, sagte Augsburger, der schon länger von einem beruflichen Ausland-Engagement geträumt hatte. „Es war eine kurze, aber sehr wertvolle und spannende Zeit.“
Werner Augsburger ist bereits in seine Heimat in die Schweiz zurückgekehrt. Nun begibt er sich erneut auf Jobsuche. „Ich sehe meine Zukunft weiterhin in der Kombination zwischen Management und Sport.“
Augsburger war vor seinem Russland-Abenteuer Direktor der schweizerischen Eishockey-Nationalliga. Einen Namen hatte er sich während seiner zehnjährigen Tätigkeit bei Swiss Olympic gemacht. Augsburger war unter anderem „Chef de Mission“ bei den Olympischen Spielen 2004, 2006 und 2008 für die schweizerische Olympiamannschaft.
Harald Gleißner/Sotschi-2014.RU

