Mo

07

Nov

2011

Deutsche Eisschnellläufer haben schwierigen Weg nach Sotschi-2014

Claudia Pechstein wird bei den Olympischen Spielen in Sotschi bereits 42 Jahre alt wereden. Claudia Pechstein wird bei den Olympischen Spielen in Sotschi bereits 42 Jahre alt wereden.

Moskau/Inzell. Die Leistungen bei den Deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften im Eisschnelllaufen in Inzell, am letzten Wochenende, waren nicht berauschend – bis auf geringe Ausnahmen. Es fehlt einfach an einer gewissen Leistungsbreite. Die letzten Jahre, wo es noch einen ernsthaften Konkurrenzkampf um die Olympiaplätze für die deutschen Eisschnellläuferinnen gab, gehören längst der Vergangenheit an.

Die fünffache Olympiasiegerin Claudia Pechstein durfte nach ihrer zweijährigen Dopingsperre wieder antreten und holte auch zwei Titel (3.000 und 5.000 Meter), einmal Silber (1.500 Meter) und einmal Bronze (1.000 Meter), damit hat Pechstein jetzt 15 nationale Titel. Über ihre Spezialstrecken von 3.000 (4:08,64) und 5.000 Metern (7:08,44) gewann sie auch mit international beachtlichen Zeiten.

 

Nur – Claudia Pechstein ist jetzt bereits 39 Jahre alt und wird bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi 42 Jahre alt werden. Und der Nachwuchs? Er fehlt! Während die Rückkehrerin auf den 3.000 Metern noch drei Sekunden Vorsprung auf die Zweitplatzierte hatte, waren es auf den 5.000 Metern bereits mehr als 14 Sekunden.

Dass Pechstein mit 39 Jahren in Abwesenheit der Olympiasiegerin Stephanie Becker (Rückenprobleme) die herausragende Athletin war, spricht eine deutliche Sprache.

 

Und Weltrekordlerin Jenny Wolf? Über 500 Meter feierte Jenny Wolf ihren fünften deutschen Meistertitel in Serie. Ihr Vorsprung auf die Erfurterin Judith Hesse und die Berlinerin Monique Angermüller war allerdings nicht so deutlich wie gewohnt. Ihre beiden Laufzeiten über 500 Meter von 38,37 und 38,04 Sekunden lassen noch viel Luft nach oben.

 

Neben Pechstein überzeugte nur Monique Angermüller. Die 27-jährige Angermüller hatte über die 1.500 Meter und die 1.000 Meter ihre Titel aus dem Vorjahr verteidigt. „Ihre 1:16,20 über 1.000 Meter waren Weltklasse", sagte Bundestrainer Markus Eicher. Das stimmt auch – aber ansonsten waren keine großen Lichtblicke zu sehen.

 

Das Tal, von der diesjährigen Mehrkampf-Europameisterschaft in Klobenstein, ist noch lange nicht durchschritten. Deutsche Eisschnellläufer verbuchten das schlechteste Ergebnis bei Mehrkampf-Europameisterschaften seit Jahrzehnten. Sie verpassten komplett die Finals. Unter dem Strich stand für das junge Damen-Trio das mieseste Ergebnis der EM-Historie seit genau 40 Jahren, deutsche Männer waren vor 32 Jahren letztmals schlechter.

 

Dem deutschen Eisschnelllauf fehlt es zwei Jahre vor den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi an der Breite, an neuen Namen. Bleibt zu hoffen, dass die Weltcup-Premiere erfolgreicher ist als die nationale Generalprobe.

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU

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