Mo
24
Okt
2011
Bob-Panama will bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi nach Medaillen greifen
Wird Bob Panama zu einer echten Konkurrenz für die etablierten Bobpiloten, wie hier für Alexander Subkow mit Alexej Wojewoda?
Moskau. Ja, kein Scherz – Sie lesen richtig - Panama will 2014 mit einem Bob-Team an den Olympischen Winterspielen in Sotschi
teilnehmen und im Medaillenkampf eingreifen. Die beiden Panamesen Christoph Zollinger und Jonathan Romero planen, in die Fußstapfen von Jamaika zu steigen und gründeten ein Bob-Team. Beide haben
auch bereits in St. Moritz trainiert. Pilot Chris Zollinger erklärte ausdrücklich, dass beide Athleten es sehr ernst mit dieser Sportart meinen und dafür sehr hart
Arbeiten. Das Team möchte in den kommenden Wintern den Anschluss an die etablierten Bobnationen schaffen und zu einer echten Konkurrenz für diese werden.
Chris Zollinger und Jonathan Romero haben bei ihren Trainingseinheiten in St.Moritz auch ein Video, mit dem Namen „Spirit of Panama" (Geist von Panama) gedreht und dieses auch bereits im Internet zum Download angeboten. In diesem Video tritt auch der ehemalige Vizepräsident und Außenminister von Panama Juan Carlos Varela auf und erwartet von dem neuen Bob-Team, dass sie der Fahne von Panama Ehre machen und sie auf den Bobbahnen dieser Welt und vor allem in Sotschi hochhalten werden.
Der Gedanke ist naheliegend, dass es um einen neuen Film „Panama cool running“ geht, der dem Film „Jamaika cool running“ folgen soll, der die
Geschichte einer karibischen Bobmannschaft bei den Spielen von Calgary 1988 erzählte.
So ist es aber nicht, Pilot Chris Zollinger bestätigte jetzt, dass das Team ab sofort an Wettkämpfen in den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa teilnehmen wird. "Wir wissen, dass es wie ein
Irrsinn wirkt, aber das Projekt „Spirit of Panama“ sei ernst gemeint und ist Wirklichkeit", sagte Zollinger. Beste Voraussetzungen für den Bobsport bringt auch sein Starter Jonathan Romero mit. Er kommt aus der Leichtathletik und wird mit seinen Bestleistungen: im Weitsprung von 7.41 Metern, im Dreisprung
von 15.28 Metern und mit der 4x100m Staffel in 41.69 Sekunden, für den nötigen Schub sorgen.
Dass es den beiden Sportlern ernst ist, zeigt dass sie mit dem Schweizer Hans Hiltebrand einen sehr erfahrenen Mann ins Team holen konnten. Hans Hiltebrand wird als verantwortlicher Coach
und Projektleiter dazu beitragen, dass „Spirit of Panama“ keine Eintagsfliege wird. Alles, für das Hiltebrand bisher verantwortlich zeichnete, wurde unter seinen Händen auch zum
Erfolg.
Hans Hiltebrand ist ein Urgestein im Bobsport. Der Traum jedes Bobpiloten, den Weltmeistertitel auf der Olympiabahn von St. Moritz zu gewinnen, konnte Hans Hiltebrand 1977 im Zweierbob sich
verwirklichen. Zehn Jahre später, 1987, konnte Hiltebrand seiner WM-Medaillensammlung auch Gold im Viererbob hinzufügen. Daneben gewann er WM-Silber im Zweierbob 1982 und 1987 und WM-Silber mit
dem Viererbob 1981. Als aktiver Pilot nahm er an drei Olympischen Winterspielen teil und verpasste 1980 in Lake Placid das Podest als Vierter im Zweierbob nur knapp. Als Titeljäger verbuchte er
auch noch vier Europameisterschaften und acht Schweizermeister-Titel. Als Aktiver, Trainer und Berater nahm er insgesamt neunmal an olympischen Winterspielen teil. 1976 Innsbruck, 1980 Lake
Placid, 1984 Sarajevo, 1988 Calgary, 1992 Albertville, 1994 Lillehammer, 1998 Nagano, 2002 Salt Lake City und 2010 Vancouver.
Außerdem machte sich Hiltebrand international einen hervorragenden Namen als Schlitten-Konstrukteur. Auch in der heutigen Zeit sind immer noch zahlreiche Spitzenfahrer erfolgreich mit Hilti-Bobs
in den Eiskanälen unterwegs. Er wird dem Panama Bob-Team also nicht nur in der Bahn die richtigen Tipps geben können, sonder auch materialmäßig und vor allem was die Präparation der Kufen
betrifft so richtig Schub geben.
Der einzige Schweizer der in Vancouver feiern konnte, war Hans Hiltebrand. Von 1989 bis zu den olympischen Winterspielen 1998 war er für die kanadischen Bobsportler verantwortlich und führte
Pierre Lueders in Nagano zum Olympiasieg. Auch 2010 in Vancouver stand Hiltebrand wieder als Berater der Kanadier neben der Bahn und konnte mit ihnen gleich einen kompletten Medaillensatz
feiern.
Nach seiner Zeit in Kanada wurde er 1998 in die Schweiz zurückgeholt und bekleidete im Schweizer Bobverband bis 2004 das Amt des Sportchefs für den Bereich Bob. In dieser Funktion führte er die
Schweizer Athleten, mit seiner immensen Erfahrung im Eiskanal, zu sechs WM- und zwei Olympia-Medaillen. Dazu kommen noch zwei Doppel-Weltmeistertitel bei den Junioren sowie der Gewinn des
Frauen-WM-Titels 2001.
Dieses alles sind beste Voraussetzungen, dass der Name Panama in den Eiskanälen Fuß fassen kann und für die eine oder andere Überraschung sorgen wird.
Quelle: LiVE-Wintersport
Harald Gleißner/sotschi-2014.RU

