Der Verzicht auf Einspruch, durch das IOC, ermöglicht endgültig gesperrten Dopingsündern wieder an Olympischen Spielen teilzunehmen.
Moskau. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird keinen Protest gegen die Aufhebung der „Osaka-Regel“ einlegen und die Entscheidung des internationalen Sportgerichtshofes (CAS) akzeptieren. IOC-Präsident Jacques Rogge teilte dieses bei der Rugby-WM in Neuseeland mit. Damit dürfen überführte Dopingsünder, nach Ende ihrer Sperre, endgültig wieder an Olympischen Spielen teilnehmen.
Am 06. Oktober 2011 hatte der CAS die sogenannte „Osaka-Regel“ (Regel 45 der Olympischen Charta) gekippt, der zufolge Athleten nach einer mehr als sechsmonatigen Doping-Sperre nicht an den folgenden beiden Olympischen Spielen teilnehmen dürfen.
Die am 27. Juni 2008 beschlossene „Osaka-Regel“ verstoße gegen den Code der Welt-Antidopingagentur (WADA), begründete das dreiköpfige CAS-Gremium
seine Entscheidung. In dem Vertragswerk, das auch vom IOC unterzeichnet wurde, ist eine Höchststrafe von zwei Jahren für ein Dopingvergehen festgelegt. Durch die „Osaka-Regel“, so der CAS,
könnten Athleten bis zu drei Jahren gesperrt werden beziehungsweise doppelt bestraft werden.
„Wir bedauern das Urteil des CAS, respektieren es aber. Diese Entscheidung hat uns allerdings überrascht, denn zuvor hatte es eine bestätigende Expertise des CAS
gegeben", sagte DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach. „Die Osaka-Regel war dazu gedacht, die Rolle der Olympiamannschaften zu stärken und ihre Vorbildwirkung zu erhöhen“, sagte Bach
weiter.
IOC-Präsident Jacques Rogge sagte jetzt in Auckland/Neuseland: „Wir haben den CAS gemeinsam mit anderen internationalen Verbänden ins Leben gerufen, deshalb akzeptieren wir die Entscheidung".
Glücklich ist Rogge damit aber nicht: "Wir sind natürlich ein wenig enttäuscht, weil die Regel die sauberen Athleten geschützt hat. Genau das ist unsere Philosophie, weil wir im Anti-Doping-Kampf
eine Null-Toleranz-Politik fahren".
Deshalb soll von Seiten des IOC auch schon bald gehandelt werden. "Wir werden versuchen, bei der nächsten Änderung des Anti-Doping-Codes der
Welt-Antidopingagentur neue Formulierungen zu verwenden. Die Änderung wird bis November 2013 vorgenommen", erklärte Rogge.
Durch dieses Urteil und dem jetzigen Verzicht auf Einspruch des IOC sind bislang für Olympia gesperrte Athleten, wie Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin Claudia Pechstein, für die
Olympischen Spiele in Sotschi 2014 wieder startberechtigt.
Harald Gleißner/sotschi-2014.RU

