Sa

08

Okt

2011

Koreanisches Trainerteam von Russlands Shorttrack Olympia-Mannschaft gefeuert

Brutale Trainingsmethoden behinderten die Vorbereitung russische Shorttracker auf die Olympischen Spiele in Sotschi. Brutale Trainingsmethoden behinderten die Vorbereitung russische Shorttracker auf die Olympischen Spiele in Sotschi.

Moskau. Der russische Eisschnelllauf-Verband hat in dieser Woche den südkoreanischen Shorttrack-Chefcoach Kwon-Ok Jang fristlos entlassen. Mit ihm zusammen müssen auch der Assistenztrainer Guang-Bok Choi und der Physiotrainer Jo-Ho Kim ihren Stuhl räumen. Nach nur gut einjähriger Tätigkeit wurde somit der gesamte Trainerstab von ihren Aufgaben entbunden. Als Begründung gab Russlands Eisschnelllauf -Verbandspräsident Alexej Krawzow an - die Trainingsmethoden des koreanischen Trainertrios sind eine Gefährdung für die Gesundheit der Sportler.

Bereits seit langem hatten sich russische Shorttracker über diese Trainingsmethoden der Südkoreaner offiziell beschwert. Endgültiger Knackpunkt für den russischen Eislauf-Verband war jetzt ein aktueller Vorfall im Trainingslager der Shorttrack-Nationalmannschaft Russlands in Salt Lake City. Cheftrainer Kwon-Ok Jang hatte einem russischen Shorttracker wegen einer falschen Laufhaltung 30 Strafrunden auf dem Eis zugewiesen. Der russische Mannschaftsleiter Anatoli Brasalin hob diese Strafe aber auf. Daraufhin kam es zu einer handfesten russisch-koreanischen Auseinandersetzung, nach der Jang dem Verband ein Ultimatum stellte: Brasalin oder er.

 

„Nach diesem Vorfall blieb uns keine andere Möglichkeit, als uns von dem koreanischen Cheftrainer zu trennen“, sagte Präsident Krawzow. In den letzten Monaten waren außerdem bereits Fälle bekanntgeworden, dass die koreanischen Trainingsmethoden Krankheiten und Verletzungen ausgelöst hatten bzw. kranke oder verletzte Sportler gegen den ärztlichen Rat zum Training genötigt wurden. Krawtsow erklärte weiter, er habe wegen des brutalen Umgangs der Südkoreaner mit den Sportlern gefürchtet, Talente durch Verletzungen zu verlieren.

 

Krawzow sagte weiter: „Es war praktisch nicht mehr möglich, das koreanische Trainerteam unbeaufsichtigt bei den Sportlern zu lassen. Man kann die koreanische Methodik nicht auf russische Verhältnisse anwenden. In Südkorea wird auf diese Weise eine Auswahl getroffen, und wer dieses überlebt, wird Meister“. Zudem beklagte Krawzow, dass die koreanischen Trainer nicht bereit gewesen seien, ihr Fachwissen mit den russischen Kollegen zu teilen. „Bei Aussprachen über Probleme hätten sie sich provokativ verhalten“.

 

Das Training der russischen Mannschaft übernimmt ab sofort der Mannschaftsleiter Anatoli Brasalin. Laut Verband hat die Entlassung keine Auswirkungen auf das Vorhaben, den dreimaligen Shortrack-Olympiasieger Hyun-Soo Ahn einzubürgern, damit der gebürtige Südkoreaner bei den Winterspielen 2014 in Sotschi für Russland starten darf.

Dass innerhalb Südkoreas raue, teils brutale Trainingsmethoden und eine gnadenlose Auslese praktiziert werden, ist bekannt, aber nur selten dringen handfeste Details ins Ausland, wie beim Streik der Frauen-Nationalmannschaft im Jahre 2004 nach brutalen Schlägen im Training.

 

Der 44-jährige Kwon-Ok Jang war vor seiner Trainerverpflichtung in Russland acht Jahre lang in Australien tätig. Zusammen mit ihm kehrte 2010 die nach Australien ausgewanderte russische Shorttrack-Europameisterin von 2005 Tatjana Borodulina nach Russland zurück, um nach einem nochmaligen Wechsel der Staatsbürgerschaft 2014 in Sotschi wieder für Russland an den Olympia-Start zu gehen.

 

Quelle: Russischer Eislaufverband

 

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU

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