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07

Okt

2011

Dopingsünder erhalten eine zweite Chance - lange Gesichter beim IOC

Dopingsünder dürfen auch wieder in Sotschi 2014 starten, wenn sie ihre Srafe abgesessen haben. Dopingsünder dürfen auch wieder in Sotschi 2014 starten, wenn sie ihre Srafe abgesessen haben.

Moskau/Lausanne. Überführte Dopingsünder dürfen nach Ablauf ihrer Sperre wieder an Olympischen Spielen teilnehmen. Gestern erklärte in einer Grundsatzentscheidung der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne die Regel 45 der Olympischen Charta für unzulässig. Die sogenannte „Osaka-Regel“ des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) besagt, dass ein Athlet, der länger als sechs Monate wegen eines Dopingvergehens gesperrt war, bei den nächsten Olympischen Spielen nicht teilnehmen darf.

Die im Juni 2008 beschlossene „Osaka-Regel“ verstoße gegen den Code der Welt-Antidoping-Agentur (Wada), hieß es in der Urteilsbegründung. Weiterhin begründeten die Richter - durch die „Osaka-Regel“, könnten Athleten unzulässigerweise doppelt bestraft werden.

Der CAS wertet mit dem Urteil den Ausschluss überführter Dopingsünder von den Spielen 2012 in London und auch von weiteren Olympischen Spielen, wie in Sotschi 2014 als rechtswidrig. Trotzdem hatte der CAS in seiner Urteilsbegründung darauf hingewiesen, dass das IOC eine Änderung des Wada-Codes anstreben könne, wenn es ehemalige Dopingsünder von Sommer- wie Winterspielen fernhalten wolle.

 

Bereits im Vorfeld dieses Urteils erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge, in einem Interview mit der „Berliner Zeitung", sich im Falle einer Niederlage des IOC für längere Sperren einzusetzen.

Die WADA wiederum, die das Urteil des CAS begrüßte, sah keinen Grund ihren Anti-Doping-Code zu ändern. In ihrer offiziellen Stellungnahme hieß es: „Der CAS habe dem IOC und der Sportwelt allgemein eine gute Direktive gegeben, insbesondere weil die nächsten Olympischen Spiele nicht einmal mehr ein Jahr entfernt sind. Deshalb gebe es nichts, was die WADA als Ergebnis dieser Auffassung verankern müsste".

 

Von diesem Urteil profitiert auch die deutsche Eisschnellläuferin Claudia Pechstein. Auch der fünffachen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin stünde damit der Weg zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 offen. Voraussetzung ist allerdings, dass Erreichen der Olympianorm.

 

Für Pechstein, im Februar 2009 wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt, ist damit ein Traum in Erfüllung gegangen: "Die Gerechtigkeit hat gesiegt, es konnte gar kein anderes Urteil fallen. Ich wollte meine zehnte Olympiamedaille 2014 in Sotschi holen, jetzt ist der Weg frei. Trainiert habe ich bisher bereits dafür, jetzt werde ich noch härter trainieren", sagte sie in einer ersten Reaktion gegenüber der Presse.

 

Das IOC muss nun den Doping-Strafenkatalog gemeinsam mit der Wada völlig neu sortieren und kündigte umgehend längere Sperren an. "Wir bedauern das Urteil des CAS, respektieren es aber. Die Entscheidung hat uns allerdings überrascht, denn zuvor hatte es eine bestätigende Expertise des CAS gegeben", sagte DOSB-Präsident und IOC-Vize Thomas Bach: "Die Osaka-Regel war dazu gedacht, die Rolle der Olympiamannschaften zu stärken und ihre Vorbildwirkung zu erhöhen."

 

Harald Gleißner/sotschi-2014.RU

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